Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1927-01-01 · 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927 · p. Seite 82

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
Date
1927-01-01
Page
Seite 82 (sequence 124)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
99% known words query
IRI
…/3476254-3476284--6567-3482714
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

2. Sitzung: Politischer Bericht zu den Armen und zu den Reichen. Die Armen haben verhältnismäßig mehr gegeben. Ich denke an Amerika, an Westeuropa mit den großen jüdischen Zentren und frage mich: Ist es potentiell möglich, daß das jüdische Volk sein Nationalheim aufbaut? Darauf antworte ich in tiefer Ueberzeugung und auf Grund von Beobachtungen innerhalb vieler Jahre auf dem Gebiet der zionistischen und allgemein jüdischen Arbeit: Ja, es ist möglich, es ist leicht möglich! Man muß nur weitere Kreise heranziehen, die Zionisten müssen mit gutem Beispiel vorangehen, der Opfersinn muß sich entwickeln. Dann ist es möglich und nur von Ihnen abhängig, von Ihnen im weiteren Sinne. Sie, der Kongreß, können dazu beitragen. Sie können der Sache helfen, Sie können sie auch zugrunderichten. Wenn Sie diesen Kongreß würdig, groß und begeistert machen, wird er gute Früchte tragen und ein mächtiger Impuls sein für die weitere Arbeit. Meine Damen und Herren! Es ist klar, daß man gegen die Arithmetik nicht polemisieren kann. Man muß in Ordnung wirtschaften, man darf keine neuen Schulden machen, man darf nicht Einnahmen als existierend betrachten, die noch nicht vorhanden sind, man darf keine Verpflichtungen eingehen und Werke beginnen, die man später gezwungen ist aufzugeben. Das Prestige der Zionistischen Organisation und das Prestige der palästinensischen Exekutive fordern dies. Und dieses Prestige ist schon ein Gut, welches nicht in Frage gestellt werden darf. Es muß ein reines leuchtendes Schild sein. Die Hauptfrage aber ist: Wie steht es mit unserem Vermögen, unserem geistigen Vermögen, welches umzusetzen ist in reales Vermögen? Wie steht es mit dem Zionismus in der Welt, machen wir Fortschritte oder Rückschritte? Ist der Zionismus eine Stimmung, welche realisiert werden kann, und was ist zu diesem Zwecke zu tun, um sie immer besser zu realisieren? Das sollte der Mittelpunkt der Diskussion und der Energie des gegenwärtigen Kongresses sein. 82

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.