Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 72 (sequence 114)
- Language
- German, English, Hebrew
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2. Sitzung: Politischer Bericht unser Aktivum. Es fehlt uns heute eine gewisse Summe Geldes, um weiter zu kommen. Aber es fehlt uns hauptsächlich an Mut, dies ohne Hysterie und ohne Nerven durchzuführen. Die Männer, welche seit dreißig Jahren eine Verantwortung in sich tragen, schauen in die Zukunft in der Hoffnung, daß die schwierige Lage, die jetzt in Palästina besteht, mit unserer Anstrengung beseitigt werden kann. Vor uns liegt die Zukunft für eine größere, weitere systematische Arbeit. Sie wissen alle, daß man Palästina nur mit Jissurim, mit Leiden bekommen wird. Wenn wir uns in den Dienst dieser Sache gestellt haben, nehmen wir gleichzeitig Ruhelosigkeit und Rastlosigkeit auf uns, wandern und wandern von Land zu Land, von Mann zu Mann. Wenn das von uns getan sein wird, von diesem Häuflein in diesem Saale, werden wir die Krisis überwinden. Ich hoffe, daß Ihre Kritik, möge sie auch noch so scharf sein, eine gerechte sein wird. In der Würdigung dessen, was geschehen ist, in der Würdigung der Schwierigkeiten, denen jede Exekutive in Palästina zu begegnen hat, und in der Würdigung dessen, daß wir ein Häuflein im Judentum sind, müssen wir danach streben, daß es keinen Juden der Welt gebe, der nicht diese Schmerzen und Wunden mit uns fühlt. In diesem Sinne bitte ich Sie, in die Debatte einzutreten. (Stürmischer, langanhaltender Beifall.) Vorsitzender: Das Wort hat Herr Präsident Sokolow. Nahum Sokolow, Präsident der Exekutive (deutsch): Geehrter Kongreß! Tiefer denn je wurzelt der Zionismus im Bewußtsein der Menschheit. Man ist auf dem Zionistenkongreß gewohnt, einen politischen Bericht zu erwarten, und versteht gewöhnlich unter Politik die Beziehungen zwischen dem Zionismus und den äußeren politischen Faktoren. Ich will diesmal von diesem Usus abgehen. Für uns ist Politik im jetzigen Stadium nicht mehr, was sie früher war, das Verhältnis zwischen dem 72