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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1927-01-01 · 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927 · p. Seite 28

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
Date
1927-01-01
Page
Seite 28 (sequence 70)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476284--6513-3482660
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1. Sitzung: Begrüßungen ein Land des Friedens, das Gott isei Dank von den Greueln des Krieges verschont blieb, ein Land, in dem während dieses schrecklichen Krieges jedem, der den Schweizer Boden betrat, dieser Willkommengruß zugerufen wurde, das Land, in dem nun auch die Stätte des Völkerbundes ist, in der anderen Grenzstadt, in Genf, des Völkerbundes, der ums den (allgemeinen Weltfrieden sichern soll; das Land, wo wir Juden die gleichen Rechte besitzen, wie unsere christlichen Mitbürger, wo wir auch den gleichen Pflichten wie jene nachkommen, wo wir des Schutzes unserer Behörden sicher sind, wo wir aber auch stets den Wunsch hegen: es möge der Artikel der eidgenössischen Bundesverfassung betreffend das Schächtverbot, der nach dem Ausspruch eines unserer höheren Staatsrechtslehrer keine Zierde unserer Bundesverfassung ist, aus der Schweizer Verfassung ausgemerzt werden, -damit wir Juden auch allen unseren religiösen Pflichten nachkommen können. Sind wir doch überzeugt und ist es auch durch viele fachmännische Gutachten bewiesen, daß das Schächten der Tiere nicht grausamer ist als jede andere Schlachtungsart. Sie sind nun hier, verehrte Herren, versammelt zum XV. Zionistenkongreß, in Basel zum achten Kongreß, und zwar zum erstenmal seit dem schrecklichen Kriege. Sie sind heute nicht im „Kasino", sondern im Gebäude der Baseler Mustermesse versammelt, einem Gebäude, worin alljährlich dem In- und Auslande gezeigt wird, was menschliche Hände, was die Industrie, was die Künste, was die Technik hervorbringen kann. Letztes Jahr fand liier in diesen Räumen der WoTld Power Congress statt, an welchem uns vorgeführt wurde, was die Technik aus den Naturkräften in Verbindung mit der menschlichen Kraft hervorbringen kann. Sie, meine Herren der Exekutive, Sie, verehrte Herren Delegierte, bedürfen auch einer gewissen Technik; Sie zeigen uns jedoch, was der Idealismus^ was geistige Kräfte, was der nie versiegende Gottesglaube eines Volkes, was geistige Arbeit und Ausdauer hervorbringen können, wenn sie von Männern, wie Sie, die sie leiten und führen, getan wird. Sie führen einen friedliehen Kampf, nicht einen Kampf mit Schwertern und Bomben, denn die Waffen, die wir Juden führen, sind die der Gerechtigkeit, der Menschenrechte, und darum wird sich auch das Wort der Sidra erfüllen, die am nächsten Sabbath aus unserer heiligen Thora vorgelesen wird: „Zedek zedek tirdof lemaan tichje wejaraschta et haarez." Der Gerechtigkeit, -der Gerechtigkeit strebe nach, damit du lebest und einnehmest das Land, welches der Ewige dein Gott dir gibt. 28

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