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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1927-01-01 · 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927 · p. Seite 22

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
Date
1927-01-01
Page
Seite 22 (sequence 64)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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1. Sitzung: Eröffnung Unser Programm. Hochverehrter Kongreß! Kongresse sind eine Art von Ruhetagen während der Entwicklung der Bewegung, sie sind nicht dazu da, um Rückschau zu halten, sondern um zu beraten, was in der weiteren Bewegimg zu geschehen habe. Aber dreißig Jahre Zionismus sind ein bedeutender Markstein, und aus einer Rückschau über eine so wechselvolle und ereignisreiche Zeit ergeben sich manche beachtenswerte Winke und Lehren für die Zukunft. Die Zeiten sind dahingegangen, die Formen haben sich geändert, doch der Inhalt ist geblieben. Was wir gewesen sind, das sind wir auch heute. Man sagte vom Zionismus, daß er tief gesunken, daß er innerlich zerrissen, daß er verarmt sei. Aber — unsere Einheit ist größer als es scheint, der Einfluß und die Macht unserer Idee ist tiefer, als es sich ausdrückt, sie hat größere Schätze, als man zählen kann. Man sagte, das Pathos unseres Anfangs habe sich verflüchtigt. Aber — das Pathos noch so genialer Improvisationen genügt nichtfürdieDauer. Die ungeheure Spannkraft eines Volkes, dem das scheinbar Unmögliche nur der Sporn und Antrieb zu kühneren Großtaten ist, braucht in der Erfüllungszeit ein straffes Band des Zusammenfassens und Einfügens nicht weniger als das Pathos. Man sagte, das große Ideal Herzls sei in Vergessenheit geraten. Aber das ist ein Wahn der Kurzsichtigkeit und der Ungeduld. Die Verwirklichung eines großen Ideals ist nicht die rasende Apokalypse einer kurzen Weile, sie ist eine Entwickln n g s b a h n, ein systematischer Werdegang, ein langsames Wachstum. Wie sich Sandkorn an Sandkorn, die das Meer ans Ufer spült, zu riesigen Gebirgen aufeinander stapelt, bis sie dort als Bergmassen emporragen, wo früher Meere sich endlos gedehnt, so wird das Nationalheim des jüdischen Volkes wachsen. Wir sind ein Stück vorwärts gekommen, wir werden weiter vorwärts kommen. Man sagte, wir seien zu ruhig und zu- 22

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