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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1927-01-01 · 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927 · p. Seite 16

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
Date
1927-01-01
Page
Seite 16 (sequence 58)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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1. Sitzung: Eröffnung suchen, aber vor allem sein eigenes Stückchen Welt! Jüdisches Volkstum und die öffentliche Meinung. Die größte Leistung des ersten Kongresses war der Kongreß selbst. Die Juden aller Länder, Kulturstufen, Stände, Parteien, Sekten, Fraktionen, verschiedenen Lebensalters und Geschlechtes, ehrwürdige Rabbiner und Jeschiboth-Leiter, patriarchalische Gemeindevorsteher, Kaufleute, Industrielle, Bankiers, Lehrer, Schriftsteller, Künstler, Handwerker, Arbeiter, Studenten stellten das Bild eines Volkes en miniature dar. Die geschichtliche Gewöhnung wirkt stark; sie zwingt den Einzelnen in ihren Bann, und nur Wenigen ist es vergönnt, schöpferisch in neue Zukunftswege zu leiten. Aber der erste Kongreß hat in seiner Gesamtheit diesen hohen Grad der Erkenntnis erreicht. Das war seine Größe. Denn wichtiger als alles materielle Geschehen]! st das (seelische Leben einer Nation. So wirkte der Kongreß auf das jüdische Volk und so wirkte er auch auf die anderen Völker. Denkwürdig ist die Verbrüderungsszene, der Freudentaumel am Sankt Jakobstage, als (während des zweiten Kongresses) das Volk von Basel uns zurief: Es leben die Juden! Man konnte schon damals einsehen, daß wir uns gerade durch den Zionismus mit den anderen Völkern in den tiefsten Grundlagen und den höchsten Spitzen berührten. Nur als Volk kann man die wahre Emanzipation erreichen. In allen seinen Lebensäußerungen strebt ein Volk nach einer individuellen Betätigung. Jeder Künstler und Dichter wurzelt tief in seinem Volke. Der kosmopolitischen Kunst, die von jedem Volke etwas entliehen hat, haftet etwas Ungesundes an. Das Volkstum, wenn wir hierunter gemeinsame Abstammung, Erinnerungen, Traditionen usw. verstehen, schließt keineswegs von der Außenwelt ab, noch hat es mit Rassen- und Völkerhaß irgend etwas gemein. Der Orkus, in dem alles Individuelle von der Allgemeinheit verschlungen wird, ist nicht das Ideal einer Kultur. Wahre 16

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