Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1926-01-01 · 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925 · p. Seite 644

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
Date
1926-01-01
Page
Seite 644 (sequence 655)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
99% known words query
IRI
…/3476254-3476282--6354-3482500
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

17. Sitzung: Wahlen sehen Organisation, die zu bestimmen hat, wem die Führung der zionistischen Arbeit und insbesondere die sehr ernsten und verantwortlichen Verhandlungen über die Jewish Agency, wie wir eben beschlossen haben, anvertraut werden kann, ist allein der Kongreß, lieber all diese Dinge hat nur der Kongreß zu beschließen. Der größte jüdische Staatsmann der letzten Generation hat uns als eine große Erbschaft den Zionistischen Kongreß hinterlassen, und es ist die Pflicht der jüdischen Staatsmannschaft, diese große Erbschaft zu bewahren. Bei all meinem Respekt vor dem Präsidenten Dr. Weizmann kann ich nicht umhin, mein tiefstes Bedauern und meine Enttäuschung auszudrücken über eine Handlung, die in der zionistischen Geschichte ohne Parallele ist, daß noch vor Erledigung des Budgets und vor der Wahl der Exekutive, bevor noch überhaupt eine Exekutive gesichert ist, der angesehenste und wichtigste Mann des Kongresses weggefahren ist. (Zwischenrufe, Lärm.) Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Herr Ben Gurion, Sie haben Ihren Vorsehlag zu beendigen. Die fünf Minuten, die jeder Delegierte für Anträge hat, sind vorüber. Ich gebe Ihnen noch eine Minute, dann müssen Sie fertig sein. Delegierter Ben Gurion: Es ist eine Begründung meines Antrages, daß wir den Antrag des Permanenzausschusses nicht anehmen können, der den Kongreß als solchen ausschaltet. Im Namen meiner Fraktion schlage ich deshalb vor, daß der Kongreß selbst eine Exekutive wählen soll; sollte das heute nicht mehr möglich sein, so müssen wir jetzt die Sitzung beenden, morgen eine neue Sitzung einberufen und solange beraten, bis wir eine Exekutive gewählt haben. Die zionistische Exekutive muß vom zionistischen Kongreß gewählt werden. (Beifall.) Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Der Vorschlag von Herrn Ben Gurion, der zunächst ein formeller Vorschlag war, gelangt zur Abstimmung. Wer für die Vertagung des Kongresses ist, den bitte ich die Hand zu heben. — -Gegenprobe. — Abgelehnt. Vorsitzender des Actions-Comites Dr. Chajes: Meine Herren! Ich hahe den Auftrag des Permanenz&usschusses, dem ich nicht angehöre, auf dessen Wunsch übernommen, weil der Permanenzausschuß diesen Vorschlag einstimmig akzeptiert hat (Zwischenruf), einstimmig akzeptiert hat, solange ich dort war. Was in der Zwischenzeit geschehen ist, weiß ich nicht, und es wäre Pflicht der Loyalität gewesen, mich davon zu verständigen. (Zuruf.) Ich habe in dieser Sache keine Verständigung bekommen. Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Meine Herren! Es bedarf ja keiner Resolution, Herr Mereminski, es ist ja schon erklärt worden, daß, nachdem Herr Oberrabbiner Dr. Chajes weggegangen war, dann eine Fraktion sich dagegen aussprach. 644

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.