Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 624 (sequence 635)
- Language
- German, English, Hebrew
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17. Sitzung: Bericht der Erziehungskommission dere Aufmerksamkeit der Wiederbelebung der hebräischen Sprache zuwenden. Es gibt zionistische Verbände, die gerade diese Arbeiten nicht ernst nehmen, und wir fordern daher mit allem Nachdruck, daß der Kongreß die Zionistischen Leitungen zur Erfüllung dieser Aufgabe verpflichte. Meine Herren! Ich gehe jetzt zu einer großen und sehr wichtigen Angelegenheit über, zur Frage der Universität. Es gibt verschiedene Angelegenheiten, die nicht nur der Bestätigung des Kongresses bedürfen, sondern auch einer starken und in aller Welt vernehmbaren Erklärung, die der ganzen Welt bekanntgeben soll, daß wir hier auf die Ausgestaltung, Vervollkommnung und Erweiterung unserer Universität bedacht sind. In dieser Angelegenheit haben wir folgende Resolutionen beschlossen; 10. Der 14. Kongreß begrüßt die Eröffnung der Hebräischen Universität in Jerusalem und sieht in ihr ein epochales Ereignis in dem historischen Prozeß der Renaissance der hebräischen Sprache und Kultur. Er dankt all denen, die an der Begründung der Universität mitgewirkt haben, insbesondere Herrn Dr. Weizmann für seine vieljährige, zielbewußte und hingebungsvolle Arbeit zur Verwirklichung des Gedankens der Hebräischen Universität. 11. Der Kongreß beschließt, daß das von der Zionistischen Organisation verwaltete Universitätseigentum dem neugegründeten Kuratorium nicht vor der Festlegung der endgültigen Verfassung der Universität übergeben werden darf. Die endgültige Entscheidung über die Verfassung der Universität bleibt dem Actions- Comite vorbehalten. In der Verfassung der Universität ist für die Sicherung des bestimmten Einflusses der Zionistischen Organisation in den Verwaltungskörpern der Universität Vorsorge zu treffen. Die Exekutive wird beauftragt, dafür zu wirken, daß sich der Zentralsitz des Kuratoriums vorerst außerhalb Palästinas befinde; sein ausführender Verwaltungsausschuß soll in Palästina verbleiben. 12. Der Kongreß fordert: Die hebräische Universität soll in allen ihren Abteilungen und Instituten auf dem Prinzip der unbeschränkten Lehrfreiheit aufgebaut werden, wobei die verschiedenen geistigen Strömungen im jüdischen Volke ihren vollen Ausdruck finden müssen. Auf der Basis dieses Prinzips soll der Ausbau des judaistischen Instituts, welches die Gesamtheit des jüdischen Lebens in Vergangenheit und Gegenwart zu umfassen hat, entscheidend bestimmt sein von dem Bestreben, das Institut unter Wahrung seines wissenschaftlichen Charakters zu einem vollen Ausdruck des jüdischen Geistes zu gestalten wie er sich in den großen Kulturgütern der jüdischen Vergangenheit und den schöpferischen Kräften der jüdischen Gegenwart manifestiert. 624