Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 616 (sequence 627)
- Language
- German, English, Hebrew
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17. Sitzung: Bericht der Immigrationskommission Kongreßsekretär Dr. Löwenstein (liest): „Den Heehakiz Hamerkasi der allgemeinen Zionistischen Organisation . . ." Vorsitzender Vizepräsident Kaplan (nach Abstimmung): Angenommen. Bitte weiter lesen! Kongreßsekretär Dr. Löwenstein (liest): „Die Organisation Hechaluz H&inisrachi, die sich vom Misrachi abgetrennt hat. . Vorsitzender Vizepräsident Kaplan (nach Abstimmung): Der Passus ist abgelehnt. Meine Herren, nachdem wir über die ganee Resolution bereits abgestimmt haben, werde ich den angezweifelten Punkt, den Punkt, der von dem Hechaluz Hamisrachi, welcher vom Misrachi ausgetreten ist, handelt, noch einmal zur Abstimmung bringen. (Lärm.) Einen Moment; wird die Abstimmung in Bezug auf diesen Punkt angezweifelt? (Zwischenruf des Delegierten M e r e m i n s k i.) Wenn Sie namentliche Abstimmung fordern, müssen Sie 75 Unterschriften zusammenbringen. (Lärm.) Meine Herren, ich werde einem Redner für und einem Redner gegen das Wort erteilen. Herr Locker wird für die namentliche Abstimmung sprechen, Bitte, Herr Lockert Delegierter Bert Locker: Geehrter Kongreß, ich bitte Sie, eine namentliche Abstimmung in diesem Falle zuzulassen. Ich glaube, daß der Kongreß kein Recht hat, in der Zeit, wo er die verschiedenen Chaluzorganisationen anerkannt hat, einer Chaluzorganisation, die auf dem Boden misrachistischer Ideen steht, die Anerkennung zu verweigern. Vorsitzender Vizepräsident Kaplan: Ich bitte nur zur Sache zu sprechen. Also nur über die namentliche Abstimmung. Delegierter Locker (fortfahrend): Gut, aber ich muß es doch begründen. Der Kongreß hat kein Recht, Leuten, die bei dieser Organisation eine Ausnahme machen wollen, und zwar einzig und allein deshalb, weil sie aus dem Misrachi ausgetreten ist, die Gelegenhet zu geben (der Rest der Worte des Delegierten Locker geht im Lärm unter). Vorsitzender Vizepräsident Kaplan (nach Abstimmung): Der Vorschlag auf namentliche Abstimmung ist abgelehnt. (Beifall und Lärm.) Jetzt kommt die nochmalige Abstimmung über den Hechaluz Hamisrachi, der aais dem Misrachi ausgetreten ist (nach Abstimmung): Der Antrag ist mit 110 Stimmen angenommen. (Die Delegierten des Misrachi haben sich der Abstimmung enthalten.) Meine Herren, Herr Gottlieb, ich bringe jetzt den ganzen Antrag (siehe oben Seite 613 Antrag 10, Absatz 1 und 2) zur Abstimmung und ich bitte Sie, die Abstimmung zu beobachten, damit Sie sie nicht später anzweifeln. (Nach Abstimmung:) Der Antrag ist mit der eben beschlossenen Aenderung angenommen. Ich erteile jetzt das Wort Herrn Dr. Feldmann. , Delegierter Dr. Simcha Feldmann (jüdisch): Hoher Kongreß, ich halte es für meine Pflicht, allen Kongreßdelegierten mitzuteilen, daß der Misrachi den aus der Misrachi-Organisation ausgetretenen Hechaluz Hamisrachi vor dem Kongreßgericht angeklagt und verlangt hat, daß er den Namen Hechaluz Hamisrachi nicht mehr führe, da er nach dem Austritt aus der Misrachi-Organisation dazu nicht mehr berechtigt ist. Das Kongreßgericht hat dieser Klage stattgegeben und den Hechaluz Hamisrachi aufgefordert, seinen Namen zu ändern. Vorsitzender Vizepräsident Kaplan: Ich teile allen Delegierten mit, daß wir die Sitzung des Kongresses so lange fortsetzen werden, bis wir mit dieser Arbeit fertig sind. Ich bitte weiters die Gäste, hier nicht herumzustehen, weil das sehr stört. Wer den Saal verlassen wll, kann ruhig gehen, nur die Delegierten möchte ich bitten, auf ihren Plätzen zu bleiben und bis zum Schluß des Kongresses auszuharren. Auch die Ordner selbst möchte ich ersuchen, nicht zmsammen auf einem Platz nerumzustehen, damit nicht der Kongreß den Charakter einer Voiksrv^rsammlung bekommt. Ich bitte Sie, bei den Durchgängen Ordnung zu halten. Bitte, Herr Dr. Rosenblüth! 616