Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 605 (sequence 616)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3476254-3476282--6315-3482461- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Friedland, Mereminski Wanderungskommission ist beschlossen worden, daß diese Kommission auf paritätichen Grundlagen beruhen soll, daß es sich darum handelt, die Machlakoth Awodah, wie sie bisher waren, zu reduzieren. Ich schlage deshalb vor, daß es auf Grund der von uns gemachten Konzessionen zu einer Verständigung kommen möge. Es werden spezielle Kommissionen auf paritätischer Grundlage geschaffen, welche die Zertifikate zu verteilen haben, diese Kommissionen sollen bei den Machlakoth Awodah gebildet werden, und auf diese Weise sollen die Machlakoth Awodah die Möglichkeit erhalten, ihre zwar beschränkte, aber schwere und wichtige Arbeit der Organisierung der Arbeitereinwanderung nach Palästina fortzusetzen. Vorsitzender Vizepräsident Berlin: Für den ersten Minoritätsvorsehlag Herr Mereminski! Mitglied des Actions-Comites Israel Mereminski (jüdisch): Ueber den von der Minorität unterbreiteten Vorschlag wurde vorher unterhandelt. Herr Doktor Gottlieb (Zwischenrufe und Lärm) — es wird ja wohl noch erlaubt sein, den Namen eines Delegierten zu nennen — gestern hat Herr Doktor Gottlieb darauf bestanden, daß der Vorschlag, für den ich jetzt spreche, als „Gottlieb-Mereminski- Vorschlag" bezeichnet wird. Mit diesem Vorschlag verteidigen wir jenes Prinzip, über das wir eben jetzt gesprochen haben. Wir haben zugegeben, daß die Machlakoth Awodah unter dem großen Druck der Einwanderungsbewegung, welche jetzt nach Palästina geht, und wegen des großen Mangels an Zertifikaten vielleicht schlecht gearbeitet haben. Wir sind bereit, mit Euch zusammen die Verantwortung zu tragen, aber wir verlangen von Euch die x\nerkennung eines Prinzips. Wenn wir auch mit Genossen Friedland für die Machlakoth Awodah sind, so kommen wir doch jetzt mit einem neuen Vorschlag, den wir gestern der Kommission unterbreitet haben, und zwar, daß eine Qualifikationskommission geschaffen werden soll, welche nach dem vom XIII. Kongreß für die Palästinaämter festgesetzten Schlüssel sich zusammensetzen soll. Gestern ist Herr Doktor Gottlieb auf diesen Vorschlag eingegangen, heute aber will er gegen ihn stimmen. Sie haben gesehen, daß wir nicht gegen den Mittelstand sind, sondern ihm im Gegenteil zu Hilfe kommen wollen. (Zwischenrufe.) W7ir haben diesem Prinzip gegen unseren Willen zugestimmt, weil wir mit der Majorität rechnen müssen, aber wir sagten uns: Die Arbeitsabteilungen sind nur für Zwecke der Qualifikation von Arbeiter-Olim geschaffen worden, und da bei der heutigen Einwanderung auch Mittelstandselemente nach Palästina gehen, um dort von Selbstarbeit zu leben und die Handwerker leider auch auf Zertifikate angewiesen sind, deshalb sind wir bereit, mit Euch zusammen genau wie im Palästinaamt, fünfzig zu fünfzig, die Zertifikate zu verteilen. Laut der für die Machlakoth Awodah beschlossenen Konstitution haben diese hauptsächlich drei Aufgaben zu erfüllen. 605