Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 602 (sequence 613)
- Language
- German, English, Hebrew
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17. Sitzung: Bericht der Immigrationskommission Berichterstatter Di. Rosenblüth: Der Unterschied zwischen dem Vorschlag der Majorität und den beiden Vorschlägen der Minorität beruht auf folgendem: Der Vorschlag der Majorität der Kommission ist dafür, daß die Machlakath Awodah, die Arbeitsabteilung beim Palästinaamt, nicht weiter in ihrer bisherigen Zusammensetzung bestehen soll — sie bestand bisher aus Mitgliedern der Arbeiterparteien, einem Mitglied des Hechaluz und je einem Vertreter des Präsidiums der Kommission in dieser Abteilung — sondern sie verlangt, daß diese Abteilung in Zukunft ebenso zusammengesetzt werden soll wie die Hauptkommis. sion, die das Palästinaamt leitet. Das ist der Vorschlag der Majorität der Kommission. Die Minorität der Kommission, e i n ,e Minorität der Kommission sagt: Wir geben zu, daß die Frage der Verteilung von Zertifikaten und die Frage der Qualifizierung der Olim aus der Machlakath Awodah herausgenommen und an eine Kommission übertragen werden soll, die so zusammengesetzt ist, wie die Hauptkommission des Palästinaamtes. Aber wir wollen — sagt die Minorität —, daß die Machlakath Awodah daneben bestehen bleibe, so wie sie vom vorigen Kongreß eingesetzt und bestätigt wurde. Alle anderen Funktionen, die heute diese Abteilung hat, soll sie behalten, aber eben nicht die Frage der Zertifikate und die Frage der Qualifizierung. Das zweite Minoritätsvotum, das Sie, wenn Sie wollen, als ein Amendement zum ersten betrachten können, verlangt, daß diese Qualifikationskommission nicht eine Kommission des Palästinaamtes, sondern eine Kommission der bestehenbleibenden Machlakath Awodah ist. Das ist der Unterschied zwischen den drei Vorschlägen. Vorsitzender Vizepräsident Berlin: Für den MajoritätsYOrschlag Dr. Gottlieb. Mitglied des Actions-Comites Dr. J. Gottlieb (jüdisch): Meine Herren, geehrter Kongreß, es handelt sich unserer Meinung nach um eine der wichtigsten Fragen des zionistischen Lebens. Ich weiß nicht, wie es in den Ländern zugegangen ist, aus denen keine so große Auswanderung nach Palästina geht wie aus Polen. Für diese Länder ist diese Frage von fast gar keiner Bedeutung. Aber bei uns in Polen, wo es zehntausende von Auswanderungskandidaten gibt und fünfzehnhundert oder sechzehn- oder neunzehnhundert Auswanderer jeden Monat nach Palästina gehen, darunter fünfhundert Personen, die auf Zertifikate angewiesen sind, hat die Tatsache, daß wir in der Kommission, die die Zertifikate zu verteilen hat, ohne Vertretung und rechtlos sind, eine gewaltige Aufregung in der zionistischen Oeffentlichkeit, bei allen Parteien und in der jüdischen Presse hervorgerufen. Es gibt keine Gleichberechtigung, das Elementarste im Leben eines Staates oder einer Organisation. Wenn in dieser Kommission die Frage verhandelt wird, wer ein Zertifikat 602