Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 561 (sequence 572)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3476254-3476282--6271-3482417- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Brodetsky, Lipsky, Berger Mitglied der Exekutive Louis Lipsky: Die Frage, die vorgebracht wurde, ist sehr wichtig. Hier wird ein Vorschlag gemacht, die Exekutive selbst solle sich mit der Propaganda beschäftigen. Die Exekutive hatte bisher nur mit der inneren Organisationsarbeit zu tun, und die Propaganda ist, wenigstens bis jetzt, Sache der Landes- und Sonderverbände gewesen. Es ist also ein Vorschlag, die Struktur der Propagandaarbeit der Exekutive gänzlich zu ändern. Ich möchte deshalb vorschlagen, daß diese wichtige Frage dem Actions-Comite zur Behandlung übergeben werde. Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Herr Lipsky hatte das Wort gegen den Antrag; Herr Berger dafür! Delegierter Alfred Berger: Geehrter Kongreß! Es handelt sich doch hier nur um folgendes: Der Kongreß soll die Exekutive darauf hinweisen, daß ihre allgemeine Propaganda, die bisher nur den Landesverbänden zugute kommt, auch den Sonderverbänden zugute kommen muß. Das ist doch nur eine Forderung der Gerechtigkeit. Es hat keinen Sinn, daß wir über die Tatsache, daß die Sonderverbände vorhanden sind, hinweggehen. Sie haben dasselbe Recht wie die Landesverbände und nur diese einfache Tatsache soll in diesem Antrag zum Ausdruck kommen. Ich glaube, daß es kein unbilliges Verlangen ist, wenn wir den Antrag gestellt haben, und ich bitte Sie deshalb, den Antrag der Kommission anzunehmen und dem Antrag von Herrn Lipsky Ihre Zustimmung nicht zu geben. Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Der Antrag von Herrn Lipsky ist .der weitergehende. (Nach Durchführung der Abstimmung:) Der Antrag Lipsky ist mit 39 gegen 43 Stimmen abgelehnt. (Unruhe.) Jetzt kommt der Antrag der Kommission. (Delegierter Dr. Schmorak: Das Resultat der Abstimmung wird bezweifelt!) Das ist dann eine andere Sache. (Delegierter Berger: Das geht nicht, wir sind in der Abstimmung!) Entschuldigen Sie, ich habe den Protest früher nicht gehört. Herr Dr. Schmorak bezweifelt das Resultat der vorigen Abstimmung. (Delegierter Dr. Schmorak: Ich habe das Wort verlangt!) Meine Herren, ich bitte um Ruhe. Sie haben keinen Anlaß daran zu zweifeln, daß 39 Stimmen für den Antrag Lipsky waren (Delegierter Dr. Schmorak: Das wird nicht bezweifelt, Herr Präsident!) und 43 Stimmen dagegen. (Delegierter Berger: Das gibt es nicht! Wir sind mitten in der Abstimmung!) Herr Berger wir können nicht mitten in der Abstimmung sein, wann die frühere bezweifelt wird. Es war ein Fehler des Vorsitzenden oder seines Oehörs, daß er diesen Protest nicht rechtzeitig gehört hat und die weitere Abstimmung anordnete. Sie werden aber doch von diesem Fehler nicht irgendwelche Vorteile haben wollen. Delegierter Dr. Schmorak: Ich schlage vor, daß man die Abstimmung über die Resolution der Kommission vertagen soll, bis der (Kongreß normal besetzt ist. (Beifall.) Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Der Antrag;zur Vertagung der Abstimmung kann nur vor der Abstimmung selbst gestellt weiden. (Delegierter Dr. Schmorak: Das ist doch vor der Absiturmaung! — L&rm.) Nachdem aber die Abstimmung einmal bereits im Zuge ist, kann ich den Antrag nicht akzeptieren. (Delegierter Dr. Schmorak: Dann 'bitte ich um das Wort anr Geschäftsordnung!) Sie können eine zweite Abstimmung erzwingen, dazu haben Sic das Recht, aber doch nicht mitten in der Abstimmung Antrag« stellen. Das geht doch nicht. 36 561