Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 528 (sequence 539)
- Language
- German, English, Hebrew
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16. Sitzung: Kulturdebatte, Äbsolutorium ziehungs- und Kulturfrage beimißt. Wenn diese Frage tatsächlich jenes Zentralproblem ist, wie es Herr Sokolow hier sagte, dann müßte man ihr doch mehr Aufmerksamkeit schenken. Aber weil eben die Erziehungsarbeit stiefmütterlich behandelt wird und die Lage der Lehrer eine sehr schlechte ist, konnte es zum traurigen Ereignis des Lehrerstreiks nach der Eröffnung der hebräischen Universität kommen. Die Lage der Dinge aber war derartig, daß dieser Streik unvermeidlich war. Und wenn wir nicht mit radikalen Mitteln diese Mißstände abschaffen und der Erziehungsfrage nicht die nötige Aufmerksamkeit schenken, dann werden all die Schwierigkeiten und Mängel nicht aufhören. Ich weiß, daß die Erziehungsfrage im engsten Zusammenhang mit der Budgetfrage steht. Aber das darf sich nicht in der Erziehungsarbeit, die zu unseren wichtigsten Aufgaben gehört, auswirken. Noch auf eines möchte ich die Aufmerksamkeit des Kongresses lenken. Die jüdischen Arbeiter Palästinas, die das Land aufbauen, die den Emek Jesreel besiedeln, haben beschlossen, dort eine Zentralschule zu gründen. Diese Angelegenheit, die schon seit langem erörtert wird, kann leider wegen der Fragen, die mit dem Budget zusammenhängen, nicht erledigt werden. Die Kinder des Emek, die Kinder derjenigen jüdischen Arbeiter, die in ihrem Schweiße diesen Boden bebauen, bleiben ohne Unterricht. Die Erziehungskommission der jüdischen Arbeiter im Lande, die die kulturellen Bedürfnisse der jüdischen Arbeiter befriedigt, hat nicht die Mittel dazu. Ich glaube, daß diese Angelegenheit, die Schaffung der Schule für die Kinder jener Helden des Emek, die man bei jeder Gelegenheit rühmt, heute geregelt werden muß. Der Kongreß muß eine entsprechende Lösung dieser Frage beschließen und die wichtigsten Bedürfnisse des jüdischen Arbeiters im Lande, desjenigen jüdischen Arbeiters, der ein Chaluz der hebräischen Kultur ist, befriedigen. Ich möchte meiner Hoffnung Ausdruck geben, daß der Plan der Erziehungskommission (Waad Hatarbuth) der allgemeinen Arbeiterorganisation Palästinas zur Schaffung einer Zentralschule im Emek auf diesem Kongresse eine Lösung finden wird. (Lebhafter Beifall.) Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Die Rednerliste ist erschöpft, wir sind demnach mit dieser Debatte tax Ende. Vor der Pause mache ich Sie darauf aufmerksam, daß auf den Delegiertensitzen nur die Delegierten sitzen dürfen, ebenso wie. die andern Plätee nm für iKongreßgäste bestimmt sind. Ich bedaure, daß, so nahe sie uns auch geistig stehen, so tsehr wir uns auch darüber freoien, daß sie tatsächlich eine große Aufmerksamkeit und Geduld bei unseren Angelegenheiten .zeigen, daß wir trotzdem laut unserer Geschäftsordnung eine Mischung von Delegierten, und Gästen während der Sitzungen nicht gestatten können. Ich beraume jetzt eine Pause an, deren Dauer ich noch nicht angeben kann. (Die Sitzung wird um 10 Uhr 10 Minuten abends unterbrochen. Bei Wiederaufnahme der Sitzung um 11 Uhr abends erscheint die Exekutive mit Präsident Dr. Weizmann an der Spitze. Stürmischer Beifall im Saale und auf .den Galerien.) 528