Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 487 (sequence 498)
- Language
- German, English, Hebrew
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Sokolow worden. Seitdem sind wir kräftiger, in uns gefestigter und selbstbewußter geworden. Man hört nicht mehr von einer Partei oder Fraktion von „Kulturzionisten"; alle sind „Kulturzionisten" geworden. Es gibt in Erez Israel ein Schulwerk der Rechten und ein Schulwerk der Linken. Es gibt Schulen, die nach den Religionsgesetzen eingerichtet und vom „Misrachi" geleitet werden, und es gibt Schulen, die unter dem Einflüsse der Arbeiterschaft stehen, in ihren Kwuzoth; die Organisation der Arbeiter hat auch ein besonderes Schulnetz ausgebreitet und leistet vielseitige Erziehungsarbeit, durch Druckwerke, Ernennung entsprechender Lehrer, kurz sie hat dafür eine ganz besondere Organisation. Bei dieser Lage der Dinge ist die Notwendigkeit der Erziehungsarbeit ein Gemeingut all unserer Parteien geworden. In Erez Israel hat man sich schon daran gewöhnt — vielleicht gar verwöhnt — daß es allgemein-zionistische Schulen, misrachistische und Arbeiterschulen gibt. Ich werde vom allgemeinen Standpunkt aus über den Wert und die Aufgaben dieser Arbeit sprechen. Ich möchte den Kongreß auf eine Angelegenheit, die die an der Erziehungsarbeit beteiligten Leute fast ganz vergessen, aufmerksam machen. Wir hören manchmal die Frage: Was ist Erziehung? Es ist allen bekannt, daß die Erziehung eine sehr wichtige Angelegenheit ist, weil man ja die Kinder nicht ohne Erziehung lassen kann, weil sie die Zukunft bedeutet, weil sie die gemeinsame Quelle des Wirkens ist, durch welches unser geistiges Leben seine Wirklichkeit in Beziehung zum heranwachsenden Geschlecht betätigt. Wir sehen also, daß die Erziehungsarbeit in allen Ländern wichtig ist und in erhöhtem Maße in Palästina. Aber die Leute fragen weiter: Wir anerkennen, es handelt sich um eine Erziehungsangelegenheit; und nun wissen wir, daß es in der ganzen Welt von Privatleuten oder von Gemeinden gegründete Schulen gibt und daß die Eltern, sogar die ärmsten unter ihnen, in allen Ländern für ihre Kinder Unterrichtsgeld zahlen, weil ja die Erziehung ein Lebensbedürfnis ist und auch 487