Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 486 (sequence 497)
- Language
- German, English, Hebrew
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15. Sitzung: Erziehungsreferat Weise, daß morgen keine Sitzungen des Kongresses stattfinden sollen, dagegen Sonnabend AJbend bis Sonntag Abend hintereinander, natürlich mit einer Naehtpause. Ieh mache darauf aufmerksam, daß die (Kommissionen alle unbedingt morgen bis zurni Abend miit den Arbeiten fertig sein und die Materialien dem Resolutionsausschiuß zur Einsichtoahme übermitteln müssen), denn es ist dessen Aufgabe, alle Anträge und Resolutionen auf rechtmäßige Weise zu prüfen. Heute Abend sind die Fragen der Erziehung auf der Tagesordnung und sie beginnen mit einem Referate unseres verehrten Präsidenten Sokolow über „Nationale Erziehung und hebräische Renaissance in Erez Israel". Sowohl das Referat, wie die sich daratnanschließende Diskussion werden in hebräischer Sprache gehalten werden,. Ich bitte Herrn Präsidenten Sokolow das Wort zu ergreifen. Präsident der Exekutive, Nahum Sokolow (mit lebhaftem Beifall begrüßt): Verehrter Kongreß! Ich beabsichtige über den Wert der nationalen Erziehung im allgemeinen zu sprechen, nicht über die Einzelheiten der Erziehungsarbeit, denn dafür ist weder Zeit noch Ort geeignet. Diese wichtigen Einzelheiten werden in der betreffenden Kommission erörtert werden. Ich will hier nur über Zweck und Sinn der nationalen Erziehung in Erez Israel sprechen, über die gegenwärtige Lage der Erziehungsarbeit in Erez Israel im Zusammenhange mit der gesamten Entwicklung des Landes und auch darüber, was der Kongreß und die Zionistische Organisation mit dieser Frage zu tun haben. Wenn ich über die Frage der Erziehung spreche, so möchte ich mit besonderer Genugtuung nachdrücklichst hervorheben, daß es jetzt bei uns, in der prinzipiellen Frage der Notwendigkeit der Erziehungs- und Kulturarbeit in Erez Israel, keinen Meinungsstreit mehr gibt. Wir erinnern uns an den Kampf, der einmal über diese Frage in unseren Reihen tobte, ob es die Pflicht und Aufgabe des Zionismus sei, sich mit Kulturarbeit zu beschäftigen. Die Leute, die heute auf der Rechten sitzen — zu jener Zeit unterschied man nicht so sehr zwischen Rechts und Links — aber es waren damals viele zweifellos wohlmeinende fromme Leute, die gegen die Sache prinzipiell Stellung nahmen und erklärten, es sei nicht die Pflicht der Zionistischen Organisation, sich außer mit politischer und praktischer Arbeit auch noch mit geistig-kultureller Arbeit zu beschäftigen. Es gab solche Meinungen, aber diese Meinungen sind heute fast ganz verschwunden, und die Erziehungsarbeit ist eine allgemeine Angelegenheit ge- 486