Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 454 (sequence 465)
- Language
- German, English, Hebrew
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12. Sitzung: Palästinadebatte Mitglied des Finanz- und Wirtschaftsrates Dr. Georg Halpern: Verehrter Kongreß! Der Herr Präsident war eben so freundlich, mir mitzuteilen, daß ich nur 15 Minuten Redezeit habe, und Sie werden unter diesen Umständen von mir nicht erwarten können, daß ich mich allzu sehr ins Detail einlasse. Es ist mir auch wesentlich lieber, wenn ich nur einige prinzipielle Bemerkungen mache zu dem, was von verschiedenen Herren im Anschluß und in Entgegnung namentlich zu meinem Referate gesagt wurde. Die Herren von der Linken haben meine bescheidene Anfrage, ob das von mir entwickelte Programm auf ihre Billigung rechnen könnte, mit einem, wie mir scheint, sehr entschiedenen Nein beantwortet. Und zwar, merkwürdigerweise, unter absoluter Betonung dessen, daß alle Dinge, die ich vorschlage, auch von ihnen für richtig erachtet werden. Es ist der Ton, der die Musik macht, und dieser Ton hat ihren Beifall nicht gefunden. Nun, meine Damen und Herren, wenn man mich zum Reaktionär stempeln will, so werde ich mich dagegen nicht verteidigen. Wenn man mich zum Vertreter der kapitalistischen Interessen stempeln will, so werde ich mich auch dagegen nicht verteidigen. Wenn man mir aber vorwerfen will, daß ich gegenüber einer allgemeinen verschwommenen Terminologie eine gewisse Systematik in unsere Wirtschaft bringen will, so werde ich diesen Vorwurf, wenn es ein solcher ist, mit Dank akzeptieren. Ich fürchte mich nicht vor Banalitäten und bin auch in einem gewissen Sinne bereit, das Odium des Buchhalters auf mich zu nehmen. Wer jede Ordnung in Geschäften, jede Ordnung in Krediten abmachen wall mit der verächtlichen Bezeichnung, daß sei eine buchhalterische Angelegenheit, befindet sich in Dingen des Geschäftes und der Organisation auf einer Ebene, auf die ich ihm nicht folgen kann. Ich kann mir ausgezeichnet vorstellen, daß man Dinge unter Aufopferung und Begeisterung macht und trotzdem seine Bücher in Ordnung hält. Ich sehe darin keinen Widerspruch, ich erlaube mir sogar der Meinung zu sein, daß 454