Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 448 (sequence 459)
- Language
- German, English, Hebrew
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IL Sitzung: Palästinadebatte oder nicht. (Delegierter Dr. Soskin: So müssen Sie mich antworten lassen!) Ich war jetzt in Saloniki. Vielleicht wissen Sie es, ob die Tomaten in Saloniki 2% Milliemes pro Okka kosten. Ich könnte so viele Kolonien machen als Sie wollen, aber ich kann es hier nicht zulassen, daß, wenn Sie sich in diese Idee hineingraben, wir alle von falschen Voraussetzungen ausgehen. Wenn Sie Tatsachen geben, kann ich . . . (Unruhe, Zwischenrufe seitens Dr. Soskins.) Vorsitzender Vizepräsident Remez (hebräisch): Ich bitte, den Redner nicht zu unterbrechen! Mitglied der Exekutive Dr. Ruppin (fortfahrend): Ich sage, daß in diesem Plan der schwache Punkt dieser ist, daß Sie auf die Konkurrenz der anderen Länder keine Rücksicht nehmen. Sie fertigen das einfach damit ab, daß Sie sagen: Palästina ist ein klimatisches Vorzugsgebiet, infolgedessen produziert es billiger. Herr Dr. Soskin, das ganze Mittelmeerklima ist Vorzugsgebiet und in diesem Klima ist Palästina ein Nachzugsgebiet, wenn Sie wollen. Denn es hat nicht leichte Bewässerung wie Aegypten, es hat nicht so billige Arbeitskräfte wie Syrien. Das ist das, was uns fehlt. Ich habe bisher in diesem Plan noch nicht eine Rentabilitätsberechnung gesehen. Sie geben uns einen Plan. Was ist mit Tabak? Es lagern bisher bereits 100.000 Kilo in Palästina, und er kann nicht abgesetzt werden. Ich war jetzt im Libanon; bei Ihrem Plane sollen Kokons angesetzt werden, im Libanon hat man Seidenraupen-Kokons angesetzt; der Erfolg ist jedenfalls, daß jetzt zwei bis drei Millionen Kilogramm lagern, die sie nicht verkaufen können. Also einen Kolonisationsplan auf solch unsicherer Basis zu begründen, scheint mir viel gefährlicher als das alte System der Kolonisation. Sie haben mit dem Satz geschlossen: „Das ist der Weg, es gibt keinen andern." Ich könnte nun sagen: „Lo seh haderech; Nein, das ist nicht der Weg.44 Aber ich sage es nicht, mir ist vor meiner Gottähnlichkeit bange. Ich liebe es nicht, 448