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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1926-01-01 · 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925 · p. Seite 440

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
Date
1926-01-01
Page
Seite 440 (sequence 451)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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IL Sitzung: Palästinadebatte debatte erwähnen. Es ist, wenn ich so sagen soll, das die Debatte beherrschende Mißverständnis nur dadurch möglich gewesen, daß die beiden Parteien, die, links und rechts, ihre Ansicht vertreten, sehr häufig ein „et-et" der anderen Seite als ein „aut-aut" auffassen. Die einen sagen Landwirtschaft und Industrie, die anderen Industrie und Landwirtschaft; die einen hören nur Landwirtschaft, die anderen nur Industrie. Ich habe mir gesagt, wir müssen bei der Einwanderung nicht nur auf die Quantität, sondern auch auf die Qualität sehen. Herr Farbstein sagt, das ist nicht notwendig. Wir wollen uns verständigen und wir können uns verständigen. Nehmen Sie nur das eine Beispiel der Qualität und der Quantität. Qualität der Einwanderung ist bei mir nicht moralische Qualität. Qualität bedeutet, daß diese Leute in dem Wirtschaftsleben Palästinas produktiv tätig sein sollen, denn ein ungesunder Aufbau bedeutet ein Rückfluten der Einwanderer aus Palästina. Jeder, der seinen Platz finden kann, ohne das Land zu schädigen, ist mir willkommen, er soll nur für sich selbst dort eine Richtung finden, soll nur den oder einen anderen Weg finden. Also das heißt Qualität. Das heißt Quantität und Qualität. Es ist schade, daß die Gegensätze, die eigentlich keine Gegensätze sind, sondern Dinge, die sich als Paralellen ziemlich nahe sind, daß diese Dinge, scheint mir, aus parteipolitischen Gründen übertrieben werden. Es ist vielleicht vieles darauf zurückzuführen, daß wir bei der Beurteilung der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung Palästinas sehr häufig einen falschen Maßstab anlegen. Wir Juden haben seit zweitausend Jahren keine nationale Wirtschaft, sondern immer nur private Wirtschaft gekannt. Wir wenden deshalb unwillkürlich und vielleicht unbewußt die Grundsätze privater auf die nationale Wirtschaft an. Ich glaube, das ist die Ursache vieler schiefer Auffassungen und Urteile über Palästina. Der Jude kann auch nicht begreifen, daß die Prinzipien, die er in seinem eigenen Geschäft, der Manufaktur oder des Bodenhandels, erfolgreich anwandte, daß diese Prinzipien 440

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