Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 436 (sequence 447)
- Language
- German, English, Hebrew
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IL Sitzung: Palästinadebatte die Absicht haben, uns noch mehr zu kräftigen, ja, das können sie vielleicht; ich weiß nicht sicher, ob sie es können, aber schwächen werden sie uns nicht! Angst werden sie uns nicht einjagen! Ich habe aber doch Angst, verehrter Kongreß, und das will ich heute sagen. Ich habe keine Angst vor der Jewish Agency, ich habe Angst vor der Zioistischen Organisation. Ich werde das Paradoxon gleich erklären. So schön Herr Jebotinsky von der Gefahr gesprochen hat, ist es von höherer Bedeutung, wenn einmal ein Moment eintritt, wo das jüdische Volk vor eine Alternative gestellt wird — biblisch würde ich das benennen: Die Karmel- Alternative, die Alternative von Gott und Baal. Ich, Herr Jabotinsky, ich habe keine Angst vor den ernsten, feierlichen, tragischen Momenten, gar keine Angst. In den ernsten, feierlichen Momenten entsteht etwas, verehrter Kongreß, wofür ich keine Worte finde, wahrscheinlich ist es das, weshalb wir Juden den Schern Hamephorasch nicht aussprechen können, weil gar kein Wort dafür da ist, für das Geheime, das X, dasjenige, was die Quintessenz des Lebens, was ganz Leben im Sinne des jüdischen Wortes ist. Sie wissen, sehr geehrter Kongreß, daß wir in unserer zionistischen Geschichte solche Momente hatten. Ein solcer Moment war der Moment des Sprachenkampfes vor dem Kriege. Was haben wir damals gesehen? Damals sind sie mit uns gegangen, gerade die anderen Juden. (Beifall.) Und noch eine solche Zeit haben wir erlebt. Gerade diese Zeit hat Jabotinsky hier zitiert, er hat sie aber nicht genügend zitiert. Es war im Kampf in Amerika. Er sagte: es habe Verräter gegeben, die bei der Regierung gegen den Zionismus gesprochen haben. Ich war unschlüssig, wir verhandelten der Reihe nach mit allen möglichen Faktoren und wir wurden dann einig. Und die Juden Amerikas, alle, Zionisten und auch Antizionisten, sind wie ein Mann aufgestanden, und haben für uns gezeugt. In diesen Momenten entsteht, was wir Geschichte nennen, was wir „Schechinah" nennen; das, was im Alltag nicht zu spüren ist, kommt dann zum Vorscheine und entscheidet dann, 436