Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 434 (sequence 445)
- Language
- German, English, Hebrew
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11. Sitzung: Palästinadebatte ist eine Frage, die mehr zur wissenschaftlichen Seite der Angelegenheit gehört. (Delegierter Stricker: Aber Lehrfreiheit ist doch eine prinzipielle Frage!) Aber sie hat nicht ihren Platz in dieser Generaldebatte des Kongresses. Ich wundere mich, daß Herr Oberbaurat Stricker diese Sache in der Generaldebatte als Argument gegen die Jewish Agency gebraucht. Die Universität ist eine Sache, die wir, wie so vieles andere, mit andern zusammen machen. Ich bedaure, daß einen Tag, nachdem wir die schöne Depesche von dem ehrwürdigen Greis Edmond Rothschild bekommen haben, der Name Rothschild in einer derartigen Polemik verwendet wurde als ein Argument dafür, daß wir mit den anderen nicht arbeiten können. Das ist kein Argument, Herr Oberbaurat Stricker. Gewiß ist es schwer, mit den anderen zusammen zu arbeiten. Es ist am leichtesten, alles allein zu machen. Und ich bin nicht genug frei von zionistischen Ambitionen, als daß ich nicht auch glücklich wäre, wenn die Zionistische Organisation die Universität allein mit ihren eigenen Mitteln machen könnte. Verehrter Kongreß, seien wir doch ehrlich uns selbst gegenüber und sagen wir, wir haben nicht die Mittel, eine Universität mit eigenen Kräften zu machen. Und eine Universität, das ist doch keine Partei, es ist die jüdische Universität, die gehört doch nicht nur der Zionistischen Organisation allein, sie gehört dem ganzen jüdischen Volke. Wir Zionisten sind die Pioniere, die vorangehen, wir wollen die anderen begeistern, wir stehen in der ersten Reihe. Wir haben den Chinuch geschaffen, wir haben den jüdischen Ackerbau geschaffen, aber wenn wir noch mehr schaffen wollen, wenn wir eine Universität schaffen wollen, dann müssen wir an das ganze jüdische Volk appellieren. (Lebhafter Beifall.) Das ist die Zukunftsarbeit, das ist die Vorarbeit für den Judenstaat. Und wenn wir uns das gesagt haben, dann, geehrter Kongreß, ergeben sich daraus gewisse Folgen, daß wir mit den anderen arbeiten. Es sind auch Menschen wie wir; wir sind keine Mamelucken und wir respektieren sie ja auch, wenn sie auch andere Meinungen haben; sie sollen ihre Meinungen 434