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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1926-01-01 · 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925 · p. Seite 412

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
Date
1926-01-01
Page
Seite 412 (sequence 423)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476282--6122-3482268
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IL Sitzung: Palästinadebatte mit Gemüse: wenn jeder für seinen Eigenbedarf einen Dunam Gemüse anbaut, so kostet das fast nichts, und der Ueberschuß ist konkurrenzfähig. Dagegen aber geht die sogenannte gemischte Wirtschaft einer gesicherten Zukunft entgegen. Rumänien wird nach Palästina kein Heu exportieren können, wenn alle Wirtschaften einen Ertrag von 600 kg anstatt 150 kg Wickenheu vom Dunam produzieren. Die Milchpreise werden sich senken, wenn eine Kuh 3000 Liter Milch gibt anstatt 1500 und wenn sie anstatt auf 3 Hektar auf 1 Hektar unbewässerten Bodens gehalten werden kann. Die ganze Situation in der heimischen Milchproduktion wird sich aber ändern, wenn eine Kuh von 2—3 Dunam bewässerten Bodens ernährt werden kann. Der Reinertrag von 100 Dunam unbewässertem Boden wird 200 Dollar jährlich betragen. Das ist in einzelnen Wirtschaften schon Tatsache. Die Zukunft des schwarzen Ackerbodens sieht nicht so schwarz aus wie sie Soskin malt, wenn dieser Boden der Träger der gemischten Landwirtschaft gemäß seinen natürlichen Bedingungen sein soll. Intensivierung für Gemüsebau und Pflanzungen ist ein organischer Wachstumsprozeß, der allmählich vor sich geht. Der hohe Kongreß kann Beschlüsse fassen, aus dem erschöpften Boden Gemüse zu stampfen, der Boden aber ist hartnäckig und wird nicht gehorchen. — Das ist auch die Ursache, warum die Versuchsstation sich besonders mit Getreide- und Futterbau befaßt und Gemüsebau in zweite Reihe stellt. Das geschieht nicht aus Vorliebe, sondern weil Getreide- und Futterbau auf der Linie des größten Widerstandes liegen und das ganze Kolonisationsgebiet die Lösung dieser Fragen erheischt. Dagegen haben die Laboratorien für Entomologie, Pathologie und Chemie ihre größte Aufmerksamkeit dem Gemüsebau und den Pflanzungen zugewandt. — Was das Wasseramt anbetrifft: Soskin hätte Recht, wenn wir Boden hätten, um zu bewässern; von Wasser aber ohne Boden können nur Fische existieren, nicht Landwirte. — In der Perspektive hat ein gutes Kalb den Vorzug vor einer schlechten Kuh, aber für den Moment ist die schlechteste Kuh immer noch viel besser als ein hochrassiges Kalb. Der neue Siedler kann von der Perspektive, daß Palästina einmal in ein Gartenland verwandelt sein wird, nicht leben. Sie müssen seine Bedürfnisse sofort befriedigen. Diese Zeit wird einmal für gewisse Regionen kommen. Dem schweren „Solagaboden" aber, der jetzt besiedelt wird, ist auch diese Zukunft versagt. Denn diesen in Gemüseland verwandeln zu wollen, heißt nicht aus einem Kalb eine Kuh vorzeitig machen zu wollen, sondern aus einer Ziege eine Kuh zu machen. Ich könnte eigentlich damit schließen und auf weitere Begründungen verzichten, wie Napoleon, für den von 12 gegen eine Offensive angeführten Gründen der erste genügte, nämlich, daß kein Pulver da sei. Denn wir haben keinen Gemüsebau und wir haben 412

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