Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1926-01-01 · 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925 · p. Seite 392

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
Date
1926-01-01
Page
Seite 392 (sequence 403)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
99% known words query
IRI
…/3476254-3476282--6102-3482248
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

10. Sitzung: Palästinadebatte der Fondsgelder parteiisch vorgegangen wird. Als Beispiel könnte ich anführen den Fall der 2000 Pfund, die für die Handwerkerbank bewilligt wurden. Einigemal, drei- oder viermal mußte man urgieren und Proteste nach Palästina schicken, bis die Summe endlich bewilligt wurde. (Zwischenrufe.) Ein Mitglied der Exekutive hat hier gesagt, daß die vierte Alijah unbedingt eine große Gefahr ist. Man muß sie beherrschen, denn die Gefahr wird erst kommen. Meine Herren, die vierte Alijah kann genau so wie jede andere Alijah antizionistisch werden, wenn wir sie nicht unterstützen, und darin liegt die Gefahr. (Beifall, Widerspruch links.) Wir verlangen, daß man ihnen Boden geben soll, Ihr aber widersetzt Euch dieser Forderung. Warum macht Ihr das? (Zwischenrufe.) Sie wollen sie erst dann berücksichtigen, wenn Sie schon alle Mittel aufgebraucht haben, (Zwischenrufe.) Geehrter Kongreß, schon die Tatsache, daß man hier nicht ein paar Worte sagen kann, ohne gestört zu werden, zeigt uns, welche Stimmung bei unseren Gesinnungsgenossen von der Linken vorherrscht. (Ruf links: So provozieren Sie nicht!) Das werden Sie doch nicht leugnen, das sieht ja sogar ein Blinder. Meine Herren, ich sage Ihnen doch, daß wir weder links, noch rechts stehen und daß die Amerikaner nur eine für die Lösung der Geldfrage günstige Losung finden wollen. Die Amerikaner suchen nach einer Möglichkeit, im nächsten Jahr die Eingänge des Keren Hajessod zu verdoppeln. Wie wollt Ihr das erreichen? Glaubt Ihr das auf die Weise machen zu können, indem Ihr den neuen Kurs als Schreckgespenst hinstellt? Nein! Es gibt eine größere Gefahr, und zwar droht Euch die Gefahr, daß der amerikanisch-jüdische Mittelstand die Forderung aufstellen wird, die von ihm für den Keren Hajessod aufgebrachten Gelder nur für den Mittelstand zu verwenden. (Zwischenruf links: Und die Millionäre werden nur für Millionäre geben!) Das ist die Gefahr, die Euch droht! Sie sprechen hier von den Gefahren der vierten Alijah, meine Freunde; ich werde Ihnen sagen, es gab auch Gefahren bei der dritten Alijah und Gefahren der zweiten Alijah. (Andauernd lärmende Zwischenrufe.) Man kann Gefahren überall finden, wenn man nur will, aber man muß so diplomatisch sein und so viel Taktgefühl besitzen, um zu verstehen, daß man von diesen Gefahren nicht auf diese Weise sprechen darf. Die Gefahren, von denen man spricht, werden nicht eintreten, wenn man die vierte Alijah so wie die vorhergegangene Alijah behandeln wird. Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Ich bitte um Ruhe! Mitglied des A. G. Fishman (forfahrend): Nun zur Frage der Jewish Agency. Die Amerikaner sind der festen Ueberzeugung, daß die Jewish Agency in der kürzesten Zeit eine Tatsache sein wird. Herr Goldmann hat hier erwähnt, daß seine Gruppe Herrn Dr. Weizmann keine Hindernisse in den Weg 392

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.