Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 391 (sequence 402)
- Language
- German, English, Hebrew
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Fishman Ihnen noch 15 Minuten abgehen können — Herr Dr. Goldmann sagte hier, daß, wenn von diesem Kongreß ein neuer Kurs in unserer Wirtschafts- und Kolonisationspolitik beschlossen werden sollte, dies die Gefahr der Verpflanzung der Galuth nach Palästina bedeuten würde. Ich finde, daß diese Frage gar nicht aktuell ist. Wenn die Linke tolerant ist, dann sollen sie nicht so viel von dieser Frage der Diktatur sprechen, denn es besteht die Gefahr, daß durch solche Reden und durch das Darstellen der Lage in der Weise, als ob die neue Parole die Rechte einer gewissen Immigranten-Gruppe beeinträchtigen könnte, daß diese Reden viel schädlicher wirken könnten als die neue Parole selbst. Ich will Ihnen nun darlegen, weshalb die Frage der vierten Alijah so aktuell ist, speziell für die amerikanischen Zionisten und für die amerikanisch-jüdische Welt. Die amerikanischjüdische Welt ist nicht abgeschnitten von der palästinensischen und von der europäischen Presse und liest all das, was zur Zeit über die verschiedensten Fragen, speziell über die zionistischen Probleme und die Probleme der vierten Alijah, geschrieben wird. Und wenn wir für die vierte Alijah waren, dann geschah es nur dank der Ueberflutung mit der die vierte Alijah behandelnden, von der Linken stammenden Literatur, die nichts Günstiges über die vierte iVlijah zu sagen wußte. Meine Freunde, Sie werden hier die Fragen des Budgets erörtern; wir wollen ja alle, daß wir in die Lage kommen, für das nächste Jahr ein größeres Budget zu gewinnen. Dr. Weizmann ist der Meinung, daß ein Budget von 500.000 Pfund nicht genüge, und er appelliert deshalb an die Amerikaner, im nächsten Jahr für die Aufbringung größerer Geldmittel zu arbeiten und eine entsprechende Zusicherung zu geben. Wenn Sie das als notwendig erachten, dann müssen Sie ein wenig gemäßigter sein und speziell die Aktion für die vierte Alijah als einen neuen Punkt unterstreichen, für welchen es sich zu arbeiten lohnt. (Beifall.) Aber was den Keren Hajessod in Amerika anbelangt, so muß hervorgehoben werden, daß er all seine Gelder vom Mittelstand bekommen hat. Der amerikanisch-jüdische Arbeiter steht der Sache ganz gleichgültig gegenüber. (Zwischenruf links: Nicht richtig!) Das ist meine Auffassung. (Zwischenruf: Was heißt, es ist Eure Auffassung, was wir meinen?) Ja, er hat keinen Pfennig für den Keren Hajessod gegeben. (Delegierter H a m 1 i n : 60.000 Dollar sind von den Arbeitergewerkschaften gesammelt worden!) Ja, aber die Gewerkschaften haben dafür gesorgt, daß die von ihnen gesammelten Gelder bis zum letzten Pfennig für radikale Arbeiterinstitutionen verwendet werden. (Delegierter H a m 1 i n : Nicht ausschließlich, Mr. Fishman! Lärmende Zwischenrufe.) Ich will hier erklären — und mit Lärm können Sie das nicht verhindern —, daß die Gelder des Keren Hajessod in Amerika ausschließlich vom Mittelstand stammen. (Beifall.) Meine Herren, geehrter Kongreß, ich will hier hervorheben, daß die amerikanische öffentliche Meinung manchmal den Eindruck hatte, als ob bei der Verteilung 391