Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 388 (sequence 399)
- Language
- German, English, Hebrew
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10. Sitzung: Palästinadebatte ich diesen Punkt jetzt nicht ausführlich besprechen. Sie müssen sich aber entscheiden, ob Sie auf diesen Vorschlag eingehen oder nicht. Einmal muß man die Wahrheit sagen. Ich will nun noch kurz über die Frage der Jewish Agency sprechen. Sie sind im Unrecht, Herr Grünbaum, mit Ihrer Behauptung, daß, nachdem einige Monate oder sogar zwei Jahre ohne Erfolg vergangen sind, die Sache als endgültig gescheitert zu betrachten ist. Das ist nicht richtig. Wir müssen jetzt anfangen, in allen Ländern die Erledigung der Angelegenheit energisch zu betreiben, und zwar in jedem Land eine den Umständen entsprechende Taktik einschlagen, um alle Kreise, die uns helfen können, zur Mitarbeit heranzuziehen. Mit einem Budget von 500.000 Pfund werdet Ihr Palästina nicht aufbauen. Auch politische Erfolge werden wir mit unseren eigenen Kräften nicht erreichen können, da unsere Kräfte zu schwach sind. Wir müssen unbedingt die nichtzionistischen Partner heranziehen, und schon die Konstitution des Keren Hajessod zwingt uns dazu, 50 Prozent der Sitze im Direktorium an die Nichtzionisten zu vergeben. Bis jetzt habt Ihr das nicht gemacht und Ihr glaubt, daß Ihr ewig die Zionistische Organisation rein zionistisch mit all den Phrasen erhalten werdet. Das geht nicht. Wir müssen aus unserem engen Kreise heraus und die breiten jüdischen Massen zur Mitarbeit an unserem Aufbauwerk heranziehen. (Lebhafter Beifall.) Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Heute "wird noch Herr Sokolow sprechen, und zwar jetzt sofort. Vorher wird Herr Dr. Löwenstein seine Mitteilungen machen. Ich teile Ihnen noch folgendes mit: Die nächst© Sitzung des Kongresses wird erst morgen um halb 3 Uhr stattfinden und in der Zwischenzeit werden die Kommissionen gründlich arbeiten. Sie behaupten, daß Ihnen diese Zeit ausreichen werde, um zu Beschlüssen zu gelangen. Jedenfalls wollen wir ihnen diese Möglichkeit geben. Wir müssen am Freitag schließen. Ich habe sämtliche Mitglieder des Präsidiums befragt und das Präsidium ist sich .darüber einig, daß wir am Freitag den Kongreß schließen wollen. Delegierter Remez: Die eingetragenen Redner dürfen nicht das Wort verlieren. Man kann nicht den Föderationen das Recht zu sprechen einräumen und einzelnen Rednern es verwehren. Die Redner können verzichten, aber sie verzichten nicht. Kongreßsekretär Dr. Löwenstein gibt Ort und Zeit der KomTnissionssitzungen bekannt. Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Herr Mereminski hat zur Greschäftsordniung das Wort. Mitglied des A. C. Mereminski: Wir können nicht mit dem Vorgang einverstanden sein. Die Arbeiterschaft ist in stärkster Weise angegriffen worden und msuß jetzt die Möglichkeit haben, auf all das zu antworten. (Lebhafter Beifall links.) Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Es liegt ein Antrag des Herrn Mereminski vor, die Rednerliste zu ändern. Nach dej Rednerliste kommt jetzt Herr Fishman und dann Herr Remez zum Worte. Nun beantragt Herr Mereminski, daß man Herrn Reme2 jetzt sogleich das Wort geben soll. Mitglied des A. C. Mereminski: Fishman und Remea sollen sprechen und dann soll man schließen! 388