Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 366 (sequence 377)
- Language
- German, English, Hebrew
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10. Sitzung: Palästinadebatte der reinen Wirtschaftlichkeit und der Gesamtinteressen können die neuen Wirtschaftsreformen in Palästina hervorgehen. Was wir heute wollen, ist ein Zusammenwirken der Arbeiter in stanzen mit einer aktiven, starken, in die Gestaltung der Wirtschaftsverhältnisse schöpferisch eingreifenden kolonisatorischen Zentralinstanz. Meine Damen und Herren! Was in Palästina erreicht werden muß, ist dieses Gleichgewicht der Kräfte, dieses Gleichgewicht der Kräfte zwischen Arbeiterwirtschaft und zwischen einer starken zentralen Instanz, die vom Kongresse einzusetzen ist. Nur die Herstellung eines solchen Gleichgewichtes garantiert die weitere Entwicklung und den Ausbau der Arbeiterwirtschaft in Palästina, die wir wollen. Wir wollen dieses Gleichgewicht herstellen nicht durch eine Schwächung der Arbeiterinstanzen, sondern durch eine Stärkung der Zentralinstanzen. Nur so kann dieses Gleichgewicht hergestellt werden, aber so muß es auch hergestellt werden, wenn wir in Palästina zu einer Rationalisierung, besonders der Arbeiterwirtschaft, kommen wollen. Es ist auch notwendig. Herr Schocken hat in seinem Referate einleitend darauf aufmerksam gemacht, daß die Zionistische Organisation, die stolz ist auf die Arbeiterwirtschaft, in erhöhtem Maße empfindet, daß diese Wirtschaft ihr eigenes Werk ist, ihr Werk, das sie gestaltet, das sie mitgestaltet, an dem sie mitschöpferisch, nicht bloß durch die Hergabe der Mittel, sondern durch ihre besten geistigen Kräfte mitarbeitet. So haben wir die Vorschläge von Herrn Schocken verstanden. Ueber die Einzelheiten dieser Vorschläge wird in den Kommissionen zu sprechen sein, aber im ganzen glauben wir, daß Herr Schocken einen Weg gewiesen hat, der uns in Palästina vorwärts führen wird. (Lebhafter Beifall.) Vorsitzender Vizepräsident Motzkiu: Ist von dein Poale Zion bereite der Retiner genannt? Es ist niemand von den Herren liier. Ich mache darauf aufmerksam, daß das Präsidium mit Rücksicht darauf, daß man möglichst vielen Rednern die Möglichkeit geben soll, zu sprechen, den Usus angenommen hat und Ihnen vorschlägt, ihn. zu akzeptieren, das kein Redner mehr als 20 Minuten haben soll. Herr Neiger hat das Wort. (Beifall.) Delegierter Joachim Neiger (von lebhaftem Beifall begrüßt — jüdisch): Geehrter Kongreß! Meiner Meinung nach ist die Schaffung einer jüdischen Majorität in Palästina, die einzige und wichtigste Aufgabe des Zionismus in unserer Zeit. Es ist hier viel über die vierte Alijah und die Elemente, die sie nach Palästina bringt, gesprochen worden, und in gewisser Beziehung sind nach der Meinung verschiedener Fraktionen des Kongresses diese Elemente, die jetzt nach Palästina kommen und nicht unter Kontrolle der Zionistischen Organisation stehen, für den Jischuw in Erez Israel nicht nur nicht nützlich, sondern im Gegenteil sogar schädlich. Es ist natürlich wahr und es wäre vielleicht ganz gut, wenn wir die Einwanderung kontrollieren könnten und nach Palästina nur solche Elemente 366