Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 349 (sequence 360)
- Language
- German, English, Hebrew
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Schocken im Alltag der Arbeit, auswirkt. Hierzu gilt es tragfähige und handgerechte Formen zu finden. Daß wir sie noch nicht haben, beweist das eben Dargelegte. Die Arbeiterschaft ist der wichtigste Faktor im Lande für den Aufbau. Ich bin weit entfernt von den Anschauungen, die etwa darauf ausgehen, ihre Bedeutung und ihr Verdienst zu schmälern. Sie schädigt unser Werk aber von Grund auf, wenn sie aus parteiischen oder weltanschaulichen Anlässen die Exponenten des Weltzionismus bei Seite drängt und sich, aus ihrer realen Existenz im Lande, hierzu ein Recht konstruiert. Wird sie das mit der gleichen Heftigkeit und dem gleichen Erfolg weitertun wie bisher, dann muß daraus letzten Endes eine Abschnürung zwischen Weltzionismus und Jischuw entstehen und dann wird eines Tages die Epoche der dritten Alijah einen kümmerlichen Abschluß finden. Ich will einige Hauptprobleme des landwirtschaftlichen Kolonisationswerkes hier kurz schildern. Detailbetrachtungen und Materialien werde ich der Kongreßkommission für landwirtschaftliche Siedlung vorlegen. Eine landwirtschaftliche Siedlung soll in ein, in zwei Jahren voll ausgebaut sein, bei uns sind planmäßig drei Jahre vorgesehen. Dieser Plan wird aber nicht eingehalten, weil die Mittel, die zur vollen Ausstattung der Siedlung nötig sind, unplanmäßig verwendet werden für neue Siedlungspunkte, die noch weniger als die ersten Aussicht haben, die Mittel für einen gesunden Ausbau ihrer Siedlung rechtzeitig zu bekommen, und so wird ein ganzes Netz von wirtschaftlich unübersehbaren, unfertigen Siedlungen geschaffen. Mit Unrecht spricht man bei uns vom ,>D e f 1 z i t" dieser Wirtschaften, denn es ist von vornherein klar zu sehen, daß die Ausgaben für die Erhaltung dieser Siedler, ihres lebenden und toten Inventars zum größten Teil ä fond perdu sein müssen, wenn man der Siedlung nicht die Möglichkeit einer geregelten landwirtschaftlichen Produktion gibt. 349