Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 328 (sequence 339)
- Language
- German, English, Hebrew
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S. Sitzung: Generaldebatte Ich will es Jabotinsky nicht verhehlen und sicherlich ist es kein persönlicher Angriff (ich brauche nicht zu sagen, daß unser persönliches Verhältnis das bleibt, das unter Gentlemen üblich ist): Ich habe Ihnen gegen den Willen vieler meiner Freunde nach Maßgabe meiner Kräfte während des Krieges beim Aufbau der Legion geholfen, weil ich damals mit Ihnen gehen konnte. (Applaus, an dem sich auch Jabotinsky beteiligt.) Ich würde aber eine solche Forderung heute nicht nur für nutzlos, sondern sogar für schädlich halten. Der Schlüssel zur Situation liegt auf einer andern Fläche. Nicht auf den 900.000 Dunam, die die Regierung uns geben oder nicht geben kann. Nicht in den Mahlul-Ländern, nicht auf den Hügeln Judäas, deren Bearbeitung vielleicht zwanzigmal so viel kostet als der Regierung für Pacht bezahlt werden muß. Der Schlüssel liegt darin: In wirklicher Freundschaft und Zusammenarbeit mit den Arabern den Nahen Osten der jüdischen Initiative zu eröffnen. (Stürmischer Beifall.) Palästina muß aufgebaut werden, ohne daß den legitimen Interessen der Araber ein Haar gekrümmt wird. Der zionistische Kongreß darf sich nicht auf platonische Formeln beschränken. Er muß die Wahrheit erkennen, daß Palästina nicht Rhodesia ist, sondern daß dort 600.000 Araber sind, die vor dem Rechtsgefühl der Welt genau so viel Recht auf ihr Leben in Palästina haben wie wir auf unser nationales Heim. (Beifall.) Solange uns dieser Gedanke nicht in Fleisch und Blut übergegangen ist, werden Sie künstliche Narkosen suchen und sich für Momente der Zukunft begeistern — und unsere Juden, Leute, denen es schlecht geht, tun das gern —, aber sie werden die Zukunft in falschem Lichte sehen. Nur wenn wir uns darauf einstellen und in dieser Richtung arbeiten, haben wir Aussicht auf den Kredit, den wir dazu brauchen, um für unsere natürliche biologische Ausdehnung die leere Fläche zur Verfügung zu haben, die heute in der Welt liegt. Es ist ein schwerer Weg, ein Weg, den die Besten von uns mit großer Mühe gehen. Meine Damen und Herren, es ist '328