Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 302 (sequence 313)
- Language
- German, English, Hebrew
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8. Sitzung: Referat über Keren Kajemeth arbeit in seinen Aufgabenkreis gehört, und zwar ist das die Assanierung des Bodens, der für die Siedlung bestimmt ist, da diese Arbeit mit dem Boden selbst verknüpft ist; alles andere aber ist Sache des Ansiedlers bezw. des Kolonisationsinstitutes, also des Keren Hajessod. Vielleicht noch ein oder zwei Jahre, bis der Keren Hajessod mehr Mittel haben wird, werden wir auch für die Wasserversorgung aufkommen, aber unsere Tendenz ist es, diese Arbeit nicht auf uns zu nehmen. Und nun möchte ich in einigen Worten einem der Redner, Herrn Jabotinsky, in der Frage des Bodenerwerbes antworten. Ich glaube, daß es hier im Saale, angefangen vom Präsidenten der Organisation bis zum jüngsten Gast, niemanden gibt, der nicht der Meinung wäre, daß wir alles, was in unserer Macht liegt, tun müssen, um von der Regierung Boden zu bekommen. Wir haben, glaube ich, bewiesen, daß wir das verstehen. Aber das ist keine prinzipielle Frage, sondern das ist eine Frage der Arbeitsmethode. Wenn aber Herr Jabotinsky oder sonst irgendjemand der Meinung ist, wir sollten keinen Grund und Boden kaufen, denn die Regierung müsse uns Ländereien geben, dann ist seine Auffassung dazu angetan, ein nationales Unglück heraufzubeschwören. (Beifall.) Wenn heutzutage die britische Regierung an uns heranträte und uns all die Regierungsböden, die wir haben wollen, übergäbe, dann würde ich trotz alledem diese Tribüne besteigen und Ihnen sagen: Ja, die Regierungsböden habt ihr bekommen, aber es gibt noch hunderttausende Dunam Boden, der sich im Privatbesitz befindet und diesen Boden müssen wir auch auslösen. Da gibt's kein Fragen und Nachrechnen, ob es teuer oder nicht teuer ist; das Judentum ist überhaupt sehr teuer. Es gibt keine Frage, ob Nahalal uns teuer gekommen ist oder nicht. Wenn man von der Erlösung des Bodens spricht, dann fragt man nicht nach Preisen, sondern nach dem Willen der Nation. (Beifall.) Jetzt ist die Lage derart, daß wir im Süden und im Osten, im Zentrum des Landes und an der Meeresküste Boden erwerben können. Ueberall, in allen Gegenden des Landes, 302