Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 287 (sequence 298)
- Language
- German, English, Hebrew
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Sprinzak nicht nur den Weg für sie gebahnt haben, hat eine richtige Behauptung aufgestellt. Denn die Chaluzim, die jetzt mit Sorgen und Hunger kämpfen, schicken fünfzig Prozent ihres Verdienstes ihren Eltern und bringen so die vierte Alijah ins Land; mit ihrem Schweiß und Blut bahnen sie den Weg für die vierte Alijah. Aber wir dürfen nicht die Zusammensetzung dieser Alijah aus den Augen verlieren. Man sage uns nicht, daß die Alijah nur eine Mittelstandsalijah sei. Sie ist eine Volksalijah und birgt in sich große Möglchkeiten für die nationale Entwicklung und für die Arbeit in Palästina. Diese Einwanderung, die jetzt dreitausend bis viertausend Menschen im Monat beträgt, wird weiter steigen, und wir müssen uns auf dieses Wachsen vorbereiten, müssen ständig voll Sorge, ständig wach sein. Auf Grund meiner Erfahrungen, die ich im Laufe meiner vierjährigen Arbeit erworben habe, und wegen meiner Anschauungen über die tatsächlichen Grundlagen dieser Alijah kann ich keinesfalls den Glauben und den Optimismus teilen, den einige Redner und sogar einige offizielle Referenten, meine Kollegen von der Zionistischen Exekutive, hier zum Ausdruck brachten, daß wir schon vor der Erfüllung stehen. Herr Supraski und auch Herr Halpern haben die ganze Aufmerksamkeit des Kongresses nur auf die Tätigkeit in der Stadt, nur auf die Industrie lenken wollen, dagegen haben sie alle andern Arbeiten, diejenigen Arbeiten, die im Zusammenhang mit unserer Arbeitsmethode, die für uns in Palästina richtunggebend ist, stehen, alle andern Tätigkeitsgebiete und alle andern ökonomischen Fragen ziemlich stillschweigend übergangen. All die Angelegenheiten, die mit Fragen der Arbeit, ihrer Vorbereitung, Eroberung, Beschaffung, alle Fragen, die mit der Beschaffung neuer Arbeitsquellen für die Einwanderung in Zusammenhang stehen, haben wir im Laufe unserer erregten Debatten gar nicht berührt. Ich bemerke, daß das Problem der Arbeit für meine Kollegen in der Zionistischen Exekutive etwas Minderwertiges und Banales ist. Aber wir begrüßen diese Schwierigkeit, wir haben uns nie mit der Einwanderung von Chaluzim begnügen wollen 287