Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 192 (sequence 203)
- Language
- German, English, Hebrew
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5. Sitzung: Generaldebatte etwas nicht klappte, keine bittere Enttäuschung zu erleben brauchten. Denn in der Politik ist eines notwendig, was gewissermaßen die Hauptbedingung einer klugen politischen Führung sein muß: Ruhe, Vorsicht und Ruhe, und wenn auch von verschiedenen Seiten dafür oder dagegen gehetzt wird, müssen wir, unsere politische Leitung, die Ruhe und die Vorsicht bewahren. Freilich haben wir noch auf politischem Gebiete viele Sachen gutzumachen, die heute schlecht sind, die wohl an und für sich vielleicht nicht politischer Natur sind, aber in den politischen Verhältnissen ihren Ursprung haben. De Einschränkungen der Immigration sind für uns beschämend. Es handelt sich uns als Zionistische Organisation darum, daß die Zionistische Exekutive, die uns der Regierung gegenüber vertritt, alles daran setzen muß, um diese Einschränkungen möglichst klein zu halten. Darum verlange ich im Namen der Landsmannschaft, die zu vertreten ich die Ehre habe, als selbstverständlich, daß wir vollen Einfluß nehmen auf die Zuteilung der Zertifikate, denn es geht nicht an, daß die Zionistische Organisation als solche ganz ausgeschaltet sein soll von jedwedem Einfluß auf die Regelung der Immigration im eigenen Lande. (Beifall.) Aber vor allem müssen wir die Einschränkungen von außen her beseitigen. Wir müssen es unaufhörlich als dem Mandate widersprechend betonen, daß noch heute, beim Aufenthalte Amerys, einer der jüdischen Invaliden in seiner Gegenwart hervorheben mußte, daß den Legionären Unrecht geschieht, indem ihnen kein Stück Boden von den Regierungsländereien zugeteilt wird. Das Schulwesen müssen wir ganz aus eigenem Budget bestreiten, und das stimmt nicht ganz überein mit den Tendenzen des Mandates. Aber vor allem ist es notwendig, daß wir uns in Palästina frei entwickeln können. Und da hat Dr. Gottlieb richtig hervorgehoben: die freie Immigration muß beginnen, und wir selbst dürfen nicht, dürfen gar keine, gar keine Einschränkungen machen für diejenigen, die einwandern wollen. Und erst dann, wenn diese freie Einwanderung geschehen ist, erst dann kann das folgen, was Herr Arlosoroff heute richtig bezeichnet hat als die großzügige Kolonisation und als den großzügigen Zionismus. Und gegenüber diesen Problemen hat die Exekutive, hat vor allem der Wirtschaftsrat eine Tendenz der Passivität gezeigt. Er hat tatsächlich alles vor sich gehen lassen, ohne einzugreifen, ohne hier hemmend einzuschreiten und ohne andererseits zu fördern. Und von diesem Standpunkt verlangen wir eben die Zentralisierung, die Vereinheitlichung unserer ganzen Arbeit. Wir können nicht darauf eingehen, daß eine Exekutive gewählt werde, die parteimäßig zusammengesetzt ist, in der aber die eine Seite dominiert. Wir begreifen voll und ganz die Wichtigkeit, die Großartigkeit der Anstrengungen der Arbeiter und der Kleinbauern. Wir wissen zu 192