Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 172 (sequence 183)
- Language
- German, English, Hebrew
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5. Sitzung: Generaldebatte die Sprache des Mannes war, dem, solange er auf dem Stuhle des Präsidenten der Vereinigten Staaten saß, die zionistische Bewegung- Außerordentliches zu danken hatte: Woodrow Wilson. (Lebhafter Beifall.) Herr Motzkin sagte, er habe es nicht nötig, Ihnen meine Leistungen für die zionistische Sache zu schildern, vermutlich, weil er überzeugt war, daß ich selbst davon sprechen würde. Da ich Gelegenheit hatte, die letzte Session des amerikanisch-jüdischen oder, besser gesagt, -zionistischen Kongresses zu leiten, darf ich wohl darauf hinweisen, daß wir drei große Phasen zionistischer Arbeit in Amerika gehabt haben: es war zunächst die Frühzeit, die Pionierzeit, die Zeit der kleinen Anfänge, als eine Handvoll von uns die Fahne des Zionismus in Amerika erhob, mit wenigen Genossen und mit sehr wenigen Helfern. Die Arbeit begann im Jahre 1898, als die Zionistische Organisation von Amerika begründet wurde, und ging bis zum Kriegsbeginn, wo die zweite Phase zionistischer Arbeit in Amerika eintrat. Es klingt wie ein Märchen aus dem Geisterlande, wenn man von dieser Zeit spricht. Im Jahre 1914 waren wir gerüstet im jüdischen Leben und gerüstet im amerikanischen Leben; und im amerikanisch-jüdischen Leben gab es eben damals eine glückliche Konstellation. Sie beruhte auf dem Umstände, daß der Präsident der Vereinigten Staaten ein Mann war, bereit, der amerikanischen zioninistischen Bewegung die vollste Sympathie, die freundlichste Unterstützung zu gewähren, und andererseits darauf, daß während der Kriegsjahre unsere Führung derart war, daß sie die weiteste und wohltätigste Ausnützung der Freundschaft Wilsons und seiner Regierung für die Zionistische Organisation ermöglichte. Der Krieg ging zu Ende, und bald danach kam eine Aenderung in der Leitung der amerikanischen zionistischen Bewegung. Ich persönlich war in den letzten vier Jahren nicht innerhalb des Kreises der Leitung, ich bin aber bereit, die Kraft, die Fähigkeit, die Energie, den glänzenden Geist zu bezeugen, womit die Leitung seit 1921 von den Führern der zionistischen Bewegung in Amerika ausgeübt wurde, eine Leitung, die allerdings den großen Vorteil häufiger Besuche von solchen Führern der Bewegung genossen hat wie Weizmann, Sokolow, Levin, Motzkin und anderer, die von Zeit zu Zeit herüberkamen, um die Führung der amerikanischen Zionistischen Organisation zu stärken. Ich denke aber, daß es meiner, als eines Juden und eines Zionisten unwürdig wäre, versäumte ich, daran zu erinnern — und ich denke, meine Nachfolger wären die ersten, die wünschen, daß ich davon spreche — daß in den Tagen und in den Jahren des Krieges das große Glück der zionistischen Bewegung in Amerika die Führung eines großen Geistes gewesen ist, eines Geistes voll Weisheit und Verständnis, eines Geistes voll von Kenntnis und Hingabe, des Richters 172