Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 135 (sequence 146)
- Language
- German, English, Hebrew
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Soskin und Kredit — sind folgende Voraussetzungen für die Siedlung durch die Kolonisationsabteilung zu erfüllen und zu fördern. 4. Verkehrswege. Eines der größten Uebel ist gegenwärtig das Fehlen von Zufahrtswegen zu den meisten Kolonien. Man staunt vor der Tatsache: fast stündlich steigender Verkehr, besonders um Jaffa herum, arg vernachlässigte Automobilstraßen. Von der Wichtigkeit, von der Dringlichkeit guter Verbindungswege braucht kein überflüssiges Wort gesagt zu werden. Die Forderung ist: Gründung einer Gesellschaft unter Beteiligung der anliegenden Ortschaften zur Schaffung von Zufahrtswegen. Dieses als Voraussetzung für die Errichtung von Kühlhäusern in den Hafenorten. 5. Pflanzen, Saat. Dünger. Kolonisation ohne Einrichtungen für Bezug und Verteilung dieser wichtigen Elemente für den Landbau ist ein Unding. Privatunternehmungen, die sich zur Aufgabe machen, bestes Saatgut, Pflanzenmaterial und Düngemittel zu vertreiben, müssen sofort ins Leben gerufen werden und in jeder zulässigen Weise gefördert werden. 6. Hochwertiges Zuchtmaterial für Milchwirtschaft und Geflügelzucht ist die nächste Forderung. Nur Tiere von höchster Leistung müssen für die gegenwärtigen Bedürfnisse an Milch eingeführt werden. Sie lohnen einzig in der Milchwirtschaft. Kühe von 3000 Litern Milch und darüber sind rentabel auch bei niedrigen Milchpreisen. Ebenso müßten die besten Leghühner gezogen und verteilt werden. Die Züchtung einheimischer leistungsfähiger Rassen muß selbstverständlich in die Hand genommen werden, sie wird aber unseren Bedarf erst in der Zukunft decken. In Verbindung mit der Einführung von Nutzvieh höchster Leistung, das den Gefahren des Klimas besonders in den ersten Jahren stark ausgesetzt ist, muß die Schaffung einer Versicherung gegen alle Gefahren angestrebt werden. Es besteht schon die Möglichkeit, hochwertige holländische Kühe für ein Jahr gegen Zahlung einer verhältnismäßig hohen Prämie im Auslande zu versichern. Diese höheren Kosten werden aber sehr bald durch die höhere Leistung ausgeglichen. 7. V e r s u c h s w e s e n. Das landwirtschaftliche Versuchswesen ist bislang einseitig auf Getreidebau abgestimmt, viele andere Zweige sind vernachlässigt. Nichts ist auf dem Gebiete des Gemüsebaues getan worden, man kennt in Palästina keine Variation nach Sorten und Jahreszeiten. Ja, es besteht kein Kalender für Gemüsebau, das heißt, man hat sich bislang nicht damit beschäftigt, in welchen Jahreszeiten man dies oder jenes Gemüse am besten anbauen soll. Dies muß schleunigst nachgeholt werden. Ebenso muß den Fragen der Obstzüchtung die größte Aufmerksamkeit zuteil werden. Getreidezüchtung soll nicht etwa aufgegeben werden. Vielmehr sollen nach der Richtung des intensiven Getreidebaues Versuche gemacht werden. Ein Ertrag von 6000 kg pro Hektar Weizen, 135