Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 113 (sequence 124)
- Language
- German, English, Hebrew
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DRITTER VERHANDLUNGSTAG. 4* Sitzung» Donnerstag, den 20. August 1925. Beginn der Sitzung: 10 Uhr 30 Minuten vormittags. Vorsitzender Vizepräsident Dr. Klumel: Ich eröffne die Sitzung. Das Wort hat Herr Dr. So&kin. Delegierter Dr. S. E. Soskin: Hoher Kongreß'. Als ich vor vier Jahren auf dem 12. Kongreß in Karlsbad von der Tribüne des Kongresses herab meine Ideen und Vorschläge über intensive Kolonisation vortrug, trennten mich fast zwanzig Jahre Abwesenheit von Palästina. Kritische Geister haben mir damals zum Vorwurfe gemacht, ich kenne ja die modernen Verhältnisse, das neue Palästina nicht. Seit der Zeit nahm ich, nach einem kurzen Besuch Ende 1923 anläßlich der Reise von Professor Mead, seit Anfang 1924 dauernd Wohnsitz in unserem Lande und ich fand meine Ideen und Forderungen bestätigt einerseits durch den Stand der Wirtschaft in unseren Getreidebaukolonien — dieses ist leider der negative, der kritische Teil meiner Beweisführung — andererseits durch die allgemeinen natürlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse im Lande und die wenigen Ansätze zu einer intensiven Ausnützung des Bodens — dieses wird der positive Teil meines Programmes sein. Palästina ist das Land des Obst- und Ge^ müsebaues und nicht des Körnerb au e s. Dieses ist ein gewaltiger Vorzug, eine Gunst der Natur für die Einwohner, besonders aber für unser Volk. Wo wird das Brot der Völker in der Hauptsache erzeugt? Die Kornkammern Europas liegen in Argentinien, in Australien, in Indien, in Kanada, in den Vereinigten Staaten. Europa selbst erzeugt schon nicht mehr die für seine Ernährung erforderlichen Körnermenge. In den aufgezählten Ländern des Getreidebaues standen entweder gewaltige Flächen zur Bebauung frei, das Land kostete dort so gut wie nichts, allenfalls war es aber sehr billig — große Flächen wurden zu y2 bis 1 Dollar pro acre in den Vereinigten Staaten abgegeben, und noch bis vor kurzem erhielt man dort eine Parzelle von 160 acres für eine geringe Schreibgebühr — oder sie haben eine dichte einheimische Bevölkerung mit geringen Bedürfnissen, wie Indien, China. Auch die meisten getreidebauenden Län- 8 113