Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1926-01-01 · 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925 · p. Seite 109

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
Date
1926-01-01
Page
Seite 109 (sequence 120)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
99% known words query
IRI
…/3476254-3476282--5819-3481965
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Kaplansky teuer. Landwirtschaftliche Kolonisation ist nirgends ein billiges Unternehmen. In den britischen Kolonien, die für uns ein Muster sind, deshalb, weil die englische Kolonisation die älteste und die bestorganisierte ist und weil sie auch eine ähnliche Valuta haben, eine Pfundwährung, in den britischen Kolonien rechnet man 1500 bis 2000 Pfund pro Familie in der landwirtschaftlichen Kolonisation; dabei ist in Betracht zu ziehen, daß die Regierung den Boden unter sehr günstigen Bedingungen zur Verfügung stellt. Die Kolonisation in Australien, die Kolonisation in Südafrika, in Canada, in Neu-Seeland, überall ist sie um sehr viel, fast um das Doppelte teurer als in Palästina. Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Herr Kaplansky, ich möchte Sie fragen, ob Sie noch einen wesentlichen Teil Ihrer Ausführungen vorzutragen haben; dann würden wir es auf morgen verschieben. Ingenieur Kaplansky: Nein, ich bin bald fertig. Wenn wir die Ziffern der landwirtschaftlichen Kolonisation in Betracht ziehen, dann ist es ungerecht und logisch unrichtig zu behaupten, eine Familie koste uns, sagen wir, 700 Pfund ohne Boden oder so und so viel mit Boden, weil wir mit der Ansiedlung einer Familie nicht nur die Ansiedlung dieser Familie in der Landwirtschaft ermöglichen. Sogar die Erfahrung der palästinensischen Kolonisation lehrt uns schon, daß wir damit die Ansiedlung noch einer halben Familie in der Kolonie selbst und einer Familie in der Stadt ermöglichen. Unsere ganze städtische Kolonisation wäre nicht möglich gewesen und ist nicht möglich ohne Agrarhinterland. Wenn wir richtig rechnen wollen, müßten wir daher die Summe, die uns die Ansiedlung einer Familie in der Landwirtschaft kostet, wenigstens in zwei Teile teilen, da diese 700 oder 1000 Pfund uns in Palästina die Ansiedlung von wenigstens noch einer halben Familie im Dorfe selbst und einer weiteren Familie in der Stadt ermöglichen. Diejenigen, die sich mit der landwirtschaftlichen Kolonisation beschäftigen, wissen es ausgezeichnet, daß die industrielle Kolonisation in den Städten für 109

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.