Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 86 (sequence 97)
- Language
- German, English, Hebrew
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3. Sitzung: Referate über Palästinawirtschaft hat Herr Farbstein darüber geklagt, daß wir mit unseren Mitteln nur ein paar Dutzend unbemittelter Leute in Palästina würden ansiedeln können. Er hat Recht, aber er würde auch Recht haben, wenn diese paar Familien verdoppelt oder verdreifacht wären. Die Ziffer wäre im Verhältnis zu dem, was wir in Palästina tun sollten, noch immer eine außerordentlich kleine. Ob wir dreißig Familien kolonisieren, ob wir dreihundert kolonisieren: gegenüber den Wünschen und Nöten der Juden Osteuropas bleibt das immer eine außerordentlich niedrige Ziffer. Wir haben in dem letzten Jahre viel von der Ansiedlung bemittelter Elemente gehört. Meine Herren, diese Bemittelten sind in Wirklichkeit halbbemittelte Elemente. Sie brauchen die Hälfte, mindestens die Hälfte des zur Ansiedlung nötigen Kapitals von anderer Seite. Und diese Hälfte macht, wenn wir Boden und Einrichtung mit 1100 Pfund rechnen, 550 Pfund aus. Sie werden sicher selbst die weitere Rechnung machen können, daß, wenn wir die ganzen Mittel, die wir für Landwirtschaft zur Verfügung haben, für diese halbbemittelten Elemente aufwenden, auch dann die Ziffer der möglichen Ansiedler nur eine kleine bleibt. Und wir kommen hier zum Kernproblem unserer ganzen Arbeit in Palästina. Wir können nicht warten, meine Herren, und alle Diskussion darüber ist überflüssig, daß wir Palästina in Submission zum billigsten Preis erwerben können. Palästina hat seinen Preis, und wollen wir eine wirtschaftliche, gesunde Struktur der Bevölkerung erreichen, so müssen wir diesen Preis zahlen. Bei unseren jetzigen Mitteln sind wir dazu leider nicht imstande. Nehmen Sie ein einziges Beispiel. Die Industriebank, die jetzt hoffentlich in dem neuen Budget zur Verwirklichung kommt, ist von mir im Jahre 1921 auf dem Karlsbader Kongreß gefordert worden; ich habe damals ausführlich erklärt, warum solch eine Bank notwendig ist. Ich habe die Forderung auf dem Kongreß 1923 wiederholt; es ist damals die lächerlich geringe 86