Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 71 (sequence 82)
- Language
- German, English, Hebrew
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Halpern man sich sagt: wir wollen eine Art Einwanderung, die unseren letzten idealen Zielen und einer planmäßigen Wirtschaft entspricht. Man kann nicht beides haben. Ich behaupte, man kann heute angesichts unserer Mittel keine restlose Planwirtschaft treiben. Wenn wir eine Einwanderung von 30.000 im Jahre haben, und wir hoffen alle, daß wir sie haben werden, dann wird ein großer Teil dieser Einwanderung aus eigener Kraft erfolgen müssen, wie es heute der Fall ist, er wird sich aus eigener Kraft in das Wirtschaftsleben Palästinas einfinden müssen, und das meiste, was wir dazu tun können, ist zu versuchen, in möglichst großem Umfange eine Kontrolle zu haben und diejenigen Wege zu suchen, die uns unter Ausnützung der vorhandenen Mittel ein Maximum an Kontrolle gestatten. Und man sollte an diese Tatsache nicht immer mit einem Bedauern herangehen. Jahrelang haben wir davon gesprochen und haben gesagt: wir, die Zionistische Organisation und der Keren Hajessod, wir sind nur dazu da, die Grundlage zu schaffen, und wenn wir sie gelegt haben, dann werden die Menschen von selbst kommen und die Privatinitiative wird einsetzen. Nun ist das rascher gekommen, als wir geglaubt haben. Es ist etwas eingetreten, was man mit Rücksicht auf die Verhältnisse Palästinas eine Masseneinwanderung nennen kann. Aber wir dürfen demgegenüber nicht zurückschrecken. Wir haben es gewünscht, es ist nur rascher gekommen. Die Landwirtschaft ist die Basis des Aufbaues unseres nationalen Heimes. Ich verstehe nicht, daß überhaupt eine Meinung aufkommen kann, als ob irgend jemand anderer Ansicht wäre. So ist das nicht, daß wir die Landwirtschaft heute in unserer zionistischen Konzeption in Schutz zu nehmen brauchten. Es liegt anders. Wir müssen heute erkennen, daß es neben der Landwirtschaft auch andere Betätigungsgebiete gibt. Weizmann hat es heute ausgesprochen: in dem richtigen Gleichgewicht dieser Dinge liegt das Problem. Aber niemals werden wir zu diesem richtigen Gleichgewicht kommen, wenn wir alle unsere Energien und 71