Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 66 (sequence 77)
- Language
- German, English, Hebrew
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2. Sitzung: Politischer Bericht wir als der aktivste Teil des Judentums — womit ich nicht sagen will, daß es nicht noch andere aktive Juden gebe — als jener Teil unseres Volkes, der am meisten in Erscheinung tritt, mehr angegriffen werden als jene, die ein kontemplatives, abgeschiedenes oder pessimistisches Leben führen. Weil wir die Front des jüdischen Volkes bilden, müssen wir darauf vorbereitet sein, daß der Angriff auf das Volk uns zu allererst trifft. Das ist eine Tatsache und wir werden ihr nicht mit Apologetik zu Leibe rücken, sondern nur mit Taten. Ein Zionistenkongreß ist mehr als eine Summe von Worten, die hier gesprochen werden. Ein Zionistenkongreß ist eine Tat, und dieser Kongreß soll eine Großtat werden. Das sei unsere Antwort auf diesen Teil der Gegnerschaft. Das ist unsere Politik. Gestatten Sie, daß ich ihr einen Namen gebe, den Namen Kulturpolitik, die von Palästina ausgeht und sich über die ganze Welt ausbreitet, in der unser Volk lebt. Deshalb ist es unsere Aufgabe, von Volk zu Volk zu gehen mit der Botschaft unserer Kulturpolitik. Mit dieser Botschaft sind wir durch die Welt gezogen, aufklärend, bahnbrechend, vertretend eine Politik, die von Palästina ausgeht. Von unserem Leuchtturm, dem jüdischen Nationalheim in Palästina, strahlt das Vorbild eines sich durch Selbsthilfe aufraffenden Volkes, das Vorbild des jüdischen Arbeiters, das Vorbild gegenseitiger Achtung und religiöser Liebe in einem allgemeinen Sinne, wie er für jedes religiöse Bekenntnis gilt, das Durchströmtsein von religiösem Idealismus, unsere Botschaft der Zusammenarbeit mit den übrigen Völkern des Orients. So sei es und bleibe es bis in die Zeit, da wir sagen können: Die Fremde ist vorüber und die Zeit ist da, wo wir alle frei und von fremder Hilfe unbeschützt leben können. Das ist die Linie unserer Kulturpolitik, die wir einzuhalten gedenken (lebhafter, langanhaltender Beifall). Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Geehrter Kongreß! Ehe wir die jetzige Sitzung schließen, möchte ich noch folgendes mitteilen: Das Präsidium des Kongresses versammelt sich in fünf Minuten hier, das Actions- Comite versammelt sich um S1/* Uhr, der Permanenzausschuß tritt jetzt/ sofort in seinem Zimmer zusammen. 66