Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 62 (sequence 73)
- Language
- German, English, Hebrew
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2. Sitzung: Politischer Bericht Wenn man jedoch von der arabischen Frage spricht, so nennt man so die Schwierigkeit, die wir nicht verhehlen wollen, auf die wir bei unserer Aufbauarbeit stoßen: Vorurteile, die uns von Seiten der nichtjüdischen Bevölkerung Palästinas entgegenstehen. Es soll und ist von unserer Seite alles geschehen, um diese Schwierigkeiten in Palästina selbst aus dem Wege zu räumen. Geehrter Kongreß! Ich für meinen Teil bin sicher, daß der Tag kommen wird, da wir mit den Vertretern des arabischen Volkes in einem palästinensischen Kongreß zusammensitzen und freundschaftlich beraten werden (langanhaltender Beifall). Für einen Praktiker mag diese Behauptung den Eindruck eines Paradoxons machen, aber alles, was wir im Zionismus sagten und noch sagen, klingt paradox, und darum nehme ich das Odium auf mich, solche Behauptungen aufzustellen, weil ich daran glaube, daß die Araber als Volk glücklich werden, zufriedengestellt und gesättigt werden können in ihren Forderungen, in ihrem Lande und auch in Palästina. Ich glaube, daß alles, was wir in Palästina unternehmen, auch geeignet ist, den Stand der nichtjüdischen Bevölkerung zu heben, in materieller und jeder anderen Beziehung. Deswegen kann ich mich nicht beirren lassen von vorübergehenden Erscheinungen, die auf Mißverständnissen beruhen. Wäre das, was wir in Palästina machen, gegen unser Gerechtigkeitsgefühl, dann hätten wir es nie unternommen. Ich meine dieses Gerechtigkeitsgefühl nicht in Anwendung auf die eigene Nation oder gar Partei, sondern im allgemeinen Sinne. Dieses Gerechtigkeitsgefühl ist die Quelle unserer Begeisterung und war der Ausgangspunkt unserer Idee. Aus der proarabischen Politik ergibt sich etwas, wromit wir rechnen müssen; es hat sich eine Opposition gegen die Idee des Mandats gebildet, m hauptsächlich im Osten, wo Mandate erteilt worden sind, nicht nur für Palästina, sondern auch für andere Länder. Die Gegnerschaft bezieht sich nicht allein auf die Mißbilligung unserer Einwanderung oder auf die Verhinderung der zionistischen Pläne, sie ist gegen das System der Mandate überhaupt. Es 62