Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 464 (sequence 487)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3476254-3476280--5595-3481740- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
DREIZEHNTER VERHANDLUNGSTAO 19. Sitzung Samstag, den 18. August 1923. Beginn der Sitzung: 8 Uhr 50 Minuten abends. Vizepräsident Motzkin: Ich eröffne hiermit die 19. Sitzung des Kongresses. Ehe wir in die Tagesordnung eintreten, habe ich nooh folgendes mitzuteilen: In der Rede, die gestern Herr Dr. Rabin hier gehalten hat, erwähnte er Aeusserungen des hier anwesenden Herrn Dr. Bogratschow. Herr Bogratschow, der nicht Mitglied des Kongresses ist, hat darum gebeten, dass ihm gestattet werde, hier eine kurze Richtigstellung verlesen zu lassen. Beisitzer Dr. S. Daiches (liest hebräisch): Geehrtes Kongresspräsidium! Hiemit beehre ich mich mitzuteilen, dass in den Worten des Herrn Dr. Rabin, die er in Verbindung mit meinem Namen vorgebracht hat, nicht ein Körnchen Wahrheit ist. Ich sagte ihm in einer privaten Unterredung, als ich über Reformen in. der Unterrichtsmethode redete, dass wir jetzt einen Weg suchen, die junge Generation mit unserer Vergangenheit zu verknüpfen, damit nicht in Palästina eine Generation hebräischspreohender Hottentotten heranwachse. Sich eines Ausschnittes aus meinen Worten zu bedienen, um den Wert unserer Erziehungsarbeit im Lande herabzuwürdigen und auf 'diese Weise Propaganda für die finanzielle Unterstützung der Misrachischulen zu treiben, ist auf jeden Fall kein gerades Vorgehen. Hochachtend (gez.) Dr. Ch. Bogratschow Vizepräsident Motzkin: Wir nehmen also zur Kenntnis, dass Herr Bogratschow die ihm in den Mund gelegte Aeusserung bestreitet. Er ist falsch verstanden worden. Damit ist diese Angelegenheit erledigt. Oberrabbiner Jakob Meir (Misrachi, Polen, hebräisch): Geehrter Kongress! Ich sprach schon hier kurz von den Leiden, die vor unseren .Augen über die Juden des Orients ergangen sind und heute nooh ergehen. Ich hob hervor, dass die persischen Juden ärgeres Leid zu erdulden haben, als unsere Brüder in Russland und in der Ukraine. Auch über die Yemeniten berichtete ich, wie sehr sie leiden, welch grosse Gefahr ihnen droht und dass man sie, Gott verhüte es, alle ausrotten will. Ich sprach auch davon, dass über die Juden von Smyrna, die immer in Frieden mit ihren Nachbarn lebten, jetzt eine Welle des Hasses gekommen ist, so dass auch sie grossen Leiden ausgesetzt sind. In Ergänzung meiner Ausführungen sprach auch der Delegierte Herr Abishar in klaren Worten über die Lage unserer Brüder im Orient und forderte in deren: 464