Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 440 (sequence 463)
- Language
- German, English, Hebrew
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Personen, die sich ernsthaft mit diesem Problem beschäftigen, vorgebracht wurden. Trotzdem mag es angebracht sein, sie hier noch einmal deutlich zu wiederholen: 1. Unsere Palästina-Verwaltung kann unmöglich befriedigende Arbeit leisten, wenn sie. die Last eines grossen Defizites von einem Jahr ins andere schleppen muss. Unserer Ansicht nach muss einfür allemal mit der Defizit Wirtschaft aufgeräumt werden, die schon zu verschiedenen Malen unsere Arbeit mit völliger Demoralisation bedroht hat. Die Kommission schlägt daher vor, alle Defizite in einen Schuldposten zu vereinigen und diesen im Laufe des Jahres 1923-24 zu tilgen. Unser ganzes zukünftiges Streben muss darauf gerichtet sein, eine Wiederholung dieses Zustandes, soweit es menschenmöglich ist, zu vermeiden. 2. Das ordentliche Budget, das in monatlichen Raten zahlbar ist, muss aufs sorgfältigste dem Einkommen angepasst werden, das vom Keren Hajessod mit gewisser Berechtigung erwartet werden kann. Die Kommission hat daher ihre Besprechungen auf die tatsächlich zur Verfügung stehenden Mittel, auf die in Palästina in den letzten Jahren erfolgten Ausgaben wie auch auf die verlässlichen Angaben der Keren Hajessod-Komitees bezüglich der Versprechungen und Verpflichtungen in den verschiedenen Ländern, insbesondere in Amerika, gestützt und beschlossen, das Minimälbudget strenge danach einzurichten. Das Gesamtbudget ist daher auf weniger als 400.000 Pfund veranschlagt worden. Die Kommission hat mit Befriedigung von dem in Aussicht genommenen Arrangement zwischen dem Hauptbureau des Keren Hajessod, dem amerikanischen Keren Hajessod und den zionistischen Finanzinstituten Kenntnis genommen, wonach angenommen werden darf, dass das Budget ungeachtet periodischer Schwankungen in den Sammlungen des Keren Hajessod pünktlich am 1. und 15. jedes Monats zur Auszahlung gelangen wird. Auf diese Weise hoffen wir erreichen zu können, dass unsere Verwaltung in Palästina der Sorgen, die ihrer Aufbauarbeit bisher so hindernd im Wege gestanden haben, enthoben sein wird und bessere Resultate wird erzielen können. 3. Bei der Aufteilung des angenommeneu Betrages auf die verschiedenen Budgetposten Hess sich die Kommission von der Erwägung leiten, dass unter allen Umständen ein richtiges Verhältnis zwischen den diversen Posten hergestellt sein muss, besonders zwischen den wirtschaftlich produktiven und den wirtschaftlich unproduktiven Unternehmungen und Einrichtungen, -so dass der grösstmögliche Teil unserer Mittel der Aufgabe zugewendet werden kann, die jetzt, wie Herr Dr. W e i z m a n n betont hat, im Vordergrunde der Bewegung steht: nämlich der Ueberführung und Ansiedlung der grösstmöglichen Zahl von Immigranten in Palästina. Die Kommission hat daher im neuen Budget einen verhältnismässig grösseren Betrag für Kolonisation und einen verhältnismässig kleineren Betrag für Erziehungs¬ und- Sanitätswesen eingesetzt und schlägt vor, dass dieses Prinzip auch auf die eventuell noch über das Minimalbudget hinaus verfügbaren Mittel angewendet werden soll. 4. Die Kommission schlägt ein Zusatzbudget von 134.000 Pfund für langfristige Kredite und gewisse Investitionen vor. Die Deckung dieses Zusatzbudgets soll nur erfolgen, nachdem das Minimalbudget, einschliesslich des bestehenden Defizites, endgültig gedeckt ist. 5. Die Kommission hat die Angaben von Herrn Dr. R u p p i n und anderen Sachverständigen in bezug auf das Verhältnis zwischen dem vorgeschlagenen Budget und der Möglichkeit erhöhter Einwanderung nach Palästina in Betracht gezogen. Wir sind uns1 vollkommen darüber klar, dass auf Grundlage dieses Budgets nur eine beschränkte Anzahl neuer Immigranten ins Land gebracht werden kann, wenn man den dort schon Ansässigen und noch nicht mit dauernder 440