Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 420 (sequence 443)
- Language
- German, English, Hebrew
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sie mit nicht weniger als zwei Drittel Stimmen vom Actions-Comite angenommen werden. Was den ersten Punkt anbelangt, dass die Zionistische Organisation bereit ist, ihre Rechte einem auf demokratischer Grundlage gewählten Kongresse zu übergeben, so ist das ein Beschluss der Jahreskonferenz, in dem wir alle einig sind. Der Schwerpunkt liegt in dem zweiten Punkt, der über das Provisorium spricht. Wir sind von dem Bewusstsein durchdrungen, dass sich die konstituierte jüdische Nation und die Vorsteherschaft derselben auf dem Zionistischen Kongresse befindet. Unsere Konstitution ist da und wir sind die Träger des jüdischen Willens und Bewusstseins, und wir können nicht unser Recht, das wir mit der vgrössten Verantwortlichkeit tragen, an Menschen abgeben, welche ausserhalb unserer Reihen stehen. Auf der anderen Seite — und zu unserem grossen Glücke — können wir sagen, dass der Wille zum Aufbau von Erez Israel weit über unsere Reihen hinausgewachsen ist. Es gibt ausserhalb unserer Reihen Volksmassen, welche daran mitarbeiten wollen. Die wollen wir heranziehen und ihnen Rechte geben. Diese Massen, welche ausserhalb unserer Reihen stehen, sind die Zahler des Keren Hajesso d. Wir haben auf der Londoner Konferenz gesagt: Jeder Jude, auch wenn er noch nicht Zionist ist, kann kommen und am Keren Hajessod durch Beitragsleistungen teilnehmen. Damit wird er unser Bruder und ihm wollen wir gleiche Rechte geben. Präsident Weizmann hat über die Erweiterung der Jewish Agency gesprochen. Worauf hat er sich gestützt? Er hat gesagt, dass, wenn er nach Amerika fährt, er dort die grossen Massen heranziehen will, die noch nicht zionistisch sind, aber doch zu Opfern für den Keren Hajessod bereit sind. Zu denen.können wir volles Vertrauen haben; sie sind mit uns verbündet und wir können sagen, dass wir für sie verantwortlich sind. Man darf aber nicht vergessen, dass eine gewisse und zwar sehr begründete Meinung vorhanden ist, derzufolge man vielleicht den Schekel wieder abschaffen und sagen soll, dass jeder Jude, der zum Keren Hajessod beiträgt, sogar zum Zionisten-Kongress wählen darf. Wenn wir schon, den Träger haben, der von nun an verantwortlich ist, der mit uns die Pflichten trägt, aber andererseits ausserhalb unserer Reihen steht, so. ist das der Sinn des zweiten Punktes: Bis zur Einberufung des jüdischen Weltkongresses hält es der Kongress für notwendig, die jetzige Jewish Agency zu erweitern, indem-sie in ihre Verwaltung gewählte Vertreter aller Keren Hajessod-Zahler einbezieht. Nun gibt es aber gewisse Schwierigkeiten. Wir müssen erst den Schlüssel finden, nach welchem man diese Keren Hajessod-Zahler heranzieht. Wir wollen hier über diese Einzelheiten nicht beschliessen, sondern überlassen sie der Exekutive, welche zusammen mit dem Actions-Comite die Einzelheiten beschliesst. Ich denke, auf diese Resolution müssen wir uns alle einigen, denn wir meinen es ernst mit dem Keren Hajessod. Wenn Ihr diese Resolution annehmt, dann könnt Ihr morgen sagen: Juden der ganzen Welt, wir rufen Euch auf, zahlet für den Keren Hajessod und wir teilen uns mit Euch in alle Pflichten und Rechte, denn wir haben volles Vertrauen zu Euch. Ich schlage daher dem geehrten Kongresse vor, für diese Resolution zu stimmen. Delegierter Berl Locker (Poale Zion, jüdisch): Geehrter Kongress 1 jene Teile des Kongresses, die gegen die Resolution der Mehrheit sind, legen verschiedene Resolutionen vor, die sich in manchen Punkten und Nuancen unterscheiden. Es gehört zum Systeme — um nicht zu sagen zur Systemlosigkeit — dieses Kongresses, dass er, solange er auch dauert, mit seiner Arbeit nie fertig wird. Die Mehrheit des Kongresses möge sich bewusst sein, dass die Gegner der Mehrheitsresolution, obwohl sie verschiedene Resolutionen vorlegen, nicht so sehr durch Gegensätze getrennt werden; sie sind vielmehr in einer grossen Sache einig: sie sind Gegner der Pläne, die sie für unvereinbar mit dem ganzen Wesen 420