Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 417 (sequence 440)
- Language
- German, English, Hebrew
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sie ganz von der Verantwortung vor dem Zionistischen Kongress frei sein werden. Ich habe leider keine Zeit, diese Gedanken zu entwickein, ich kann sie nur andeuten. Ich bitte die Resolution genau durchzulesen und Sie werden finden, dass das einzig Konkrete, Reale in dieser Resolution die E i n- 1 a d u n g an die verschiedenen Organisationen ist. Sonst ist darin nichts Konkretes enthalten. Und da hat man nun die Sache so verwickelt, damit die Menschen es nicht verstehen und glauben, dass man ihnen wirklich gegeben hat, was sie gefordert haben. Der M i s r a c h i ist auf diese Resolution eingegangen in dem Glauben, dass seine Meinung darin zum Ausdrucke kommt. Wenn Sie aber, meine Herren vom Misrachi, diese Resolution tiefer betrachten, werden Sie finden, dass darin Ihre Meinung in keiner Weise zum Ausdrucke kommt, dass Sie damit auf Ihre Stellungnahme verzichten, dass sogar der Weltkongress, den Sie auf Ihre Fahne geschrieben haben . . . Vizepräsident Motzkin: Herr Grünbaum, ich glaube, ich habe richtig verstanden, dass das eine Vorrede zur Begründung Ihrer Resolution sein soll. Ich glaube, es wäre Zeit, dass Sie zu Ihrer Resolution übergehen. (Zwischenrufe des Del. Dr, K 1 u m e 1.) Herr Dr. Klumel, überlassen Sie das mir! Sie wissen, dass mich dabei auch nicht die geringsten Parteiabsichten leiten. Wenn der Kongress die Absicht hat, die gesamte Debatte von neuem aufzunehmen, dann ist diese Methode natürlich richtig. Wenn aber Herr Grünbaum uns seine Resolutionen begründen will, würde ich ihn einladen, da uns dies ausserordentlich interessiert, jetzt dazu überzugehen. Mitglied des A. C. Grünbaum (fortfahrend): Ich habe nicht gewusst, dass die Redezeit beschränkt ist. Wenn sie aber nicht beschränkt ist, dann bin ich in meinen Ausführungen frei und bin auch frei in bezug auf die Kritik anderer Resolutionen und insbesondere der Mehrheitsresolution. Ich will mich aber fügen und will nur noch eine kurze Bemerkung in bezug auf den Standpunkt des Misrachi machen. Der Misrachi ist zum Kongress gekommen, um die baldige Einberufung des Weltkongresses durchzusetzen. Der Misrachi ist der Überzeugung, dass der Weltkongress bisher nicht etwa deshalb nicht zustande gekommen ist, weil die objektiven Bedingungen dies nicht erlauben, sondern weil unsere Exekutive nicht genug energisch war und nicht genug vom Gedanken des Weltkongresses durchdrungen ist. Deshalb hat der Misrachi vorläufig einen Ausschluss wählen wollen, der ganz autonom den Weltkongress allein zusammenberufen soll. Alle diese Gedanken, der ganze Schwung sind auf diesem Kongresse verloren gegangen. Es ist keine Spur davon geblieben bis auf das, dass gesagt worden ist, der Weltkongress soll im Laufe von drei Jahren zusammenberufen werden. Aber dann muss der Misrachi aufpassen und in die Exekutive nur solche Menschen wählen, die ebenso wie der Misrachi an den Weltkongress glauben. Geehrter Kongress! Ich gehe nun zur Begründung der Resolution meiner Partei über. Nach dem, was ich über die Mehrheitsresolution gesagt habe, ist es verständlich, dass wir auf dem Standpunkte stehen, dass man in dieser Frage auf dem Wege weitergehen muss, den wir, indem wir den Zionisten-Kongress schufen, gegangen sind. Wir müssen weitergehen auf dem Wege, die Volksmassen zu organisieren und uns an das jüdische Volk und jeden einzelnen Juden zu wenden. Herr Dr. Thon hat gesagt, dass wir immer offene Tore gehabt haben für jüdische Organisationen, nicht nur für einzelne Juden; wir hätten uns an jeden einzelnen Juden gewendet und ihn zur Mitarbeit, zum Kampfe für unsere zionistische Sache für die Aufrichtung des jüdischen Volkes und Erez Israels aufgerufen. Das müssen wir auch weiterhin tun. Wenn wir wegen der objektiven Bedingungen den jüdischen Weltkongress, die Gründungsversammlung 27 417