Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 352 (sequence 375)
- Language
- German, English, Hebrew
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ZEHNTER VERHANDLUNGSTAG 15. Sitzung Mittwoch, den 15. August 1923. Beginn der Sitzung: 8 Uhr 45 Minuten abends. Vizepräsident Motzkin: Ich e r ö if f n e hiermit die 15. Sitzung des Kongresses. Ich drücke mein Bedauern darüber aus, dass diese Sitzung um beinahe eine Stunde nach der angesagten Zeit eröffnet wird. Es war eine vis major. Die Kommissionen waren mit ihren Aufgaben nicht fertig. Ich nehme an, dass Sie das berücksichtigen und daraus keine Schlüsse in bezug auf die Diskussion ziehen werden. Wir werden weiterhin versuchen, pünktlich zu sein. Das Wort hat Herr Dr. Weiner zum Berichte über die Anträge der Keren Hajessod-Kommission. Berichterstatter Delegierter Dr. Jakob Weiner (Oesterreich, deutsch): Hoher Kongress! Im Auftrage der Keren Hajessod-Kommission habe ich die Ehre, Ihnen die Resolutionen sowie einen kurzen Bericht über die Arbeit dieser Kommission vorzulegen. Bevor ich auf das Meritum meiner Ausführungen eingehe, kann ich nicht unterlassen, auf die Eigenartigkeit der Situation hinzuweisen. Zum ersten Male ist der Kongress in der Lage, auf eine längere Arbeitsperiode des Keren Hajessod zurückzublicken, zum ersten Male hat er formell zur Unterlage einen ausführlichen Bericht des Direktoriums, der unsere Arbeiten wesentlich gefördert hat. Zum ersten Male kann der Kongress auf einen materiellen Erfolg des Keren Hajessod, insbesondere in der letzten Zeit zurückblicken. Es soll auch darauf hingewiesen und von dieser Stelle aus betont werden, dass unsere amerikanischen Delegierten in der Keren Hajessod-Kommission erklärt haben, dass sie das Maasser-Prinzip kennen, es respektieren und sich mit allen Kräften bemühen, ihm Geltung zu verschaffen. Es sind dies Dinge, die leicht vergessen werden und darum betont werden müssen. Von diesem Standpunkte aus ergibt sich, dass die Beurteilung des Keren Hajessod in zweierlei Weise zu erfolgen hat: Einerseits dahingehend, dass die bisher aufgebrachten Mittel und die bisher für den Keren Hajessod erfassten jüdischen Massen natürlich in einem sehr traurigen Missverhältnis zu den Erfordernissen unseres Aufbauwerkes stehen. Andererseits aber muss darauf hingewiesen werden, dass dieser Fonds das jüngste von der Zionistischen Organisation geschaffene Finanzinstrument ist, dass er mit den grössten und härtesten Forderungen sich an die Mitglieder der Zionistischen Organisation gewendet hat und dass es ihm gleichwohl gelungen ist, in relativ kurzer Zeit den Betrag von mehr als einer Million Pfund aufzubringen. Die Anträge, die ich die Ehre habe zu vertreten, sind Ihnen soeben gedruckt zugegangen. Ich möchte bei dieser Gelegenheit gleich betonen, dass sie bei der Abstimmung auch hebräisch verlesen werden. Ich möchte ferner darauf hinweisen, dass Ihnen der letzte Teil der Anträge irrtümlich 352