Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 344 (sequence 367)
- Language
- German, English, Hebrew
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möchte ausdrücklich bemerken, dass diese Anträge dem Budgetausschuss noch nicht vorgelegen haben. Es kann also eine' Abstimmung über die Bewilligung der Gelder vorläufig hier nicht erfolgen. Ich glaube aber doch, dass es nötig ist, dass auch diese Fragen vom Kongress wenigstens besprochen werden, und daher legen wir die Sache hier vor. Die erste Resolution lautet also folgendermassen (liest): 1. Der Kongress beschliesst, dass die Exekutive Anstrengungen mache, im Jahre 1924 die hebräische Universität in Jerusalem mit mindestens zwei Fakultäten zu eröffnen, und zwar der judaistisch-orientalischen und der naturwissenschaftlichen. 2. Der Kongress beschliesst, dass der Keren Hajessod für die nächsten zwei Jahre 5000 Pfund für die Universität gibt. Das genügt natürlich nicht, es ist nur eine Anerkennungssumme. Wir nehmen an, dass andere Summen auf andere Weise beschafft werden sollen. Wir kommen jetzt zu einer zweiten Reihe von Resolutionen. Sie beziehen sich auf die Möglichkeit, in anderer Weise die nötigen Mittel zu beschaffen. Ich habe schon erwähnt, dass man manche Gelder von einzelnen Freunden der Universität beschaffen kann, von reichen Leuten, die dafür Interesse haben. Wir glauben aber nicht, dass das genügen wird, um die Universität sicherzustellen. Eine weitere Möglichkeit ist die, dass die einzelnen Professionen sich organisieren, wie ich dies schon von Amerika erwähnte. Aber auch dies wird unserer Ansicht nach genügen, um die Universität auf eine feste Basis zu stellen. Wir sind daher zu dem Resultat gekommen, dass es unerlässlich ist, einen allgemein jüdischen Universität s v e r b a n d zu gründen, der kleine Spenden sammelt und der agitatorisch und propagandistisch so wirkt, dass die grosse Masse der Interessenten für die Universität auch tätigen Anteil daran nimmt. Vor allem soll sich der Universitätsverband nach Ländern gliedern und es sollen Landeskomitees ernannt werden, deren Hauptaufgabe die Herbeischaffung von Mitgliedern für den Universitätsverband sein soll. Die andere Frage ist die: Wer soll das Geld verwalten? Selbstverständlich nicht die Sammelorganisation, sondern es muss bei der Zentrale eine Organisation hiefür geschaffen werden, ein Board, der die Verwaltung der Gelder zu übernehmen und für ihre richtige Verwendung zu sorgen hat. Aber man kann die Samme'lorganisationen von der Verwaltung nicht ganz ausschliessen und man muss ihnen, da sie sonst bald versagen würden, ein wenn auch beschränktes Mitbestimmungsrecht geben. Zur Einrichtung dieser Organisation sind gewisse Mittel nötig, und wir halten es für zweckmässig, dass der Keren Hajessod, der ja bisher gar nichts für die Universität getan hat, sich aber immer der Universität als eines»Agitationsmittels bedient, einen einmaligen kleineren Beitrag gibt, um diese Organisation zu schaffen, die sich später, wie wir hoffen, aus sich selbst erhalten wird. Wir haben also diese Ideen in folgenden Resolutionen festgelegt (liest): 3. Der Kongress beschliesst, einen allgemeinen jüdischen Universitätsverband zu begründen. 4. Die Föderationen und sonstigen Gruppen werden beauftragt, Landeskomitees dieses Universitätsverbandes zu begründen, deren Hauptaufgabe die Herbeischaffung von Mitteln für die Universität sein soll. 5. Die Exekutive der Zionistischen Organisation soll einen Board ernennen, der die für die Universität gesammelten Gelder zu verwalten und über deren Verwendung zu beschliessen hat. Der zu begründende Universitätsverband hat ein Mitbestimmungsrecht betreffs der Mittel, die er aufbringt. 6. Der Keren Hajessod soll die Mittel geben, die die Gründung des Universitätsverbandes, einer Zentralstelle in Jerusalem und einer 344