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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 343

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 343 (sequence 366)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476280--5474-3481619
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Diejenigen von Ihnen, die frühere Kongresse besucht haben, wissen, dass die Universitätsfräge stets eine gewisse Aufmerksamkeit in den Kongressen fand. Aber was bisher in bezug auf die Universität geleistet worden ist, war ausserordentlich gering.. Schon vor mehr als zwanzig Jahren kam die Universitätsfrage auf die Tagesordnung; aber bis zum Jahre 1913, das heisst bis zum Wiener Kongress, hat eigentlich die einzige positive Leistung idarin gelegen, dass einige ganz geringe Fonds für das mikrobiologische Institut zur Ehrung Max Nordaus gesammelt wurden. Erst im Jahre 1913 entschloss man sich, die Universitätsfrage ernsthaft zu behandeln. Dann kam der Krieg und erst nach dem Kriege kam man wirklich dazu, konkrete Beschlüsse in bezug auf die Universität zu fassen. Der wichtigste Beschluss wurde wohl im März 1920 seitens des Aetions-Comites der Zionistischen Organisation gefasst, der gemäss den vom Education Department ausgehenden Vorschlägen dahinging, dass die hebräische Universität in Jerusalem in kurzer Zeit zu eröffnen sei. Als dann der Keren Hajessod eingerichtet wurde, war man der Auffassung, dass die Universität auch im wesentlichen mit Keren Hajessod- Geldern errichtet werden solle, und so wurde im November 1920 in einem Rundschreiben an sämtliche Komitees des Keren Hajessod bekanntgegeben, dass ein Universitätsfonds gebildet wird, der sich aus Spenden rekrutieren soll, die für die Universität oder für irgendwelche mit der Universität zusammenhängende Zwecke eingegangen sind. Mit anderen Worten, ein Teil des Maasser sollte für die Universität gespendet werden; es sollte ein Universitätsmaasser eingeführt werden und 'überall in jedem Landesverbände waren Komitees zu bilden, die sich damit befassen sollten. Dieser Beschluss ist aber nie ausgeführt worden und es sind auf diese Weise dem Uni v e r s i t ä t s f o n d s keinerlei Gelder zugeflossen; und wenn ein Universitätsfonds überhaupt geschaffen wurde, so geschah es durch einzelne Spenden, durch persönliche Einflüsse, namentlich durch die Bemühungen unseres Präsidenten Weizraann, der verschiedene Freunde und Bekannte veranlasste, grössere Spenden für die Universität zu geben. (Beifall.) Trotzdem ist der Fonds ein ausserordentlich geringer und er wird vollständig aufgezehrt werden dadurch, dass man jetzt die ersten Zubauten an das für die Universität erworbene Haus auf dem Skopus errichten will. Ausserdem sind einige Komitees geschaffen worden, die sich der Aufbringung der Mittel für die Universität widmen. In Amerika sind mehrere Komitees gegründet worden, von denen aber bisher nur eines Wesentliches geschaffen hat, und zwar das Komitee der Aerzte, „American Jewish Physicians Committee", welches einen Fonds .zusammengebracht hat, der genügt, um wenigstens eines der Institute zu vollenden und in Betrieb zu setzen. Sie sehen also, es sind, bisher nur geringe Anfänge 'geschaffen worden; (fiese genügen nicht, um in Aussicht zu stellen, dass die Universität bald eröffnet werde, wenn nicht neue Mittel zufliessen. Es können einzelne Institute eröffnet werden, z. B. das biochemische, vielleicht auch das allgemein chemische und mikrobiologische. Ausserdem könnten vielleicht einige Lehrstühle der judaistischen Fakultät besetzt werden. Das ist aber alles, was mit den jetzt vorhandenen Fonds möglich ist. Die Kommission hat daher beschlossen, die Aufmerksamkeit des Kongresses im wesentlichen darauf zu lenken, dass möglichst bald grössere Fonds geschaffen werden. Die Kommission glaubt, dass es durchaus notwendig ist, dass wenigstens die ersten beiden Fakultäten bald ins Leben gerufen werden, und zwar, wenn irgend möglich, noch im Jahre 1924, und sie glaubt, dass die Fakultäten, die sich am besten dafür eignen und deren Vollendung am leichtesten möglich ist, die judaistisch-orientalische und die naturwissenschaftliche sind. Die Kommission fordert deshalb auch den Kongress auf, zu beschliessen, dass der Keren Hajessod dafür eine gewisse Summe zur Verfügung stelle. Ich 343

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