Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 337 (sequence 360)
- Language
- German, English, Hebrew
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drucke bringen möchten, er zeigt uns auch, dass die Zionisten in ihrer Gesamtheit in dieser Zeit viel zu wenig geleistet haben. Das ist nämlich der unerfreulichste Teil an diesem Berichte, dass er mit klaren Zahlen beweist, dass viel zu wenig für den K e r e n Kajemeth gearbeitet wurde. Man möchte es kaum glauben, aber die Zahlen erweisen nun einmal die Tatsache, dass das jüdische Volk gegenüber dieser Institution, die von ihrer Begründung an sich so grosser Beliebtheit — wir dürfen wohl sagen — im ganzen Judentume erfreute, in der letzten Zeit, besonders aber bei uns Zionisten, in den Hintergrund getreten ist. Lag das am Keren Kajemeth und an seinen Leistungen? Sicher nicht. Denn der Bericht zeigt uns, wie diese Volksinstitution gearbeitet und was sie geschaffen hat. Die Grundlage all unserer Tätigkeit in Erez Israel, alles dessen, was wir dort ins Leben gerufen und zur Blüte gebracht haben, ist doch, dass uns der Keren Kajemeth den Boden gab, auf dem alles andere errichtet wurde. Diese seine grosse Bedeutung wurde stets von allen Seiten erkannt und durch die Tat anerkannt. Aber durch die Fortentwicklung unserer Arbeiten in Erez Israel... (Lebhafte Unruhe.) Vizepräsident Motzkin: Meine Herren! Ich muss an Sie appellieren, dass Sie Anträge, "die von solcher Wichtigkeit sind und für die zukünftige Entwicklung unserer Institutionen eine Bedeutung haben werden, mit der nötigen Achtung entgegennehmen und nicht durch Gespräche die Verhandlungen stören. Delegierter Dr. Schachtel (fortfahrend): Durch die Fortentwicklung unserer Arbeiten in Erez Israel treten neue Aufgaben an unsere Organisation heran. Zur Erfüllung dieser Aufgaben wurde der Keren Hajessod geschaffen und seine geschickte Organisation und Propaganda verstand es, weit über die Kreise des Zionismus hinaus, alle am Aufbaue Erez Israels interessierten Kreise heranzuziehen. Leider hat dadurch der Keren Kajemeth gelitten. Das ist überaus bedauerlich. Am bedauerlichsten aber ist es, dass selbst offizielle Vertreter der Zionistischen Organisation anscheinend über die gewiss wichtigen Aufgaben des Keren Kajemeth nicht mehr so im Bilde sind, wie wir es gewünscht hatten, und nicht mehr zu erkennen scheinen, welch ungeheure Bedeutung der Keren Kajemeth für uns und für den Aufbau Erez Israels hat. Des Keren Kajemeth und keiner anderen Institution Aufgabe ist es, die Mittel zu beschaffen, die nach den Worten unseres sehr geehrten Führers Dr. W ei z mann edelstes Lösegeld sein sollen, hingegeben, um unsern Boden zu erlösen. Das ist ausschliesslich die Aufgabe des Keren Kajemeth und keiner anderen Institution. Das, meine Herren, sollten Sie sich immer wieder vor Augen halten. Hunderttausend Dunam hat der Keren Kajemeth bisher in Erez Israel erworben, davon über dreiviertel in den letzten zwei Jahren — eine ganz respektable Leistung, aber doch verschwindend gering gegenüber dem gesamten anbaufähigen Boden Erez Israels, verschwindend gering gegenüber dem, was wir in Palästina haben müssten, um zu einem wirklichen Faktor im Lande zu werden und das zu leisten, was der Keren Kajemeth leisten will und leisten soll. Denn vergessen Sie nicht, meine Damen und Herren, der Keren .Kajemeth hat noch eine Nebenanfgabe in Erez Israel. Er soll nicht bloss Boden in jüdischen Besitz bringen, sondern er soll ihn in jüdischen Gemeinbesitz bringen. Dass noch andere jüdische Institutionen in Palästina Boden haben, damit ist unserem Zwecke nicht gedient. Wir wollen, dass der Boden Erez Israels in den Besitz des jüdischen Volkes, der jüdischen Gesamtheit gelange, dass er dem Bodenwucher, der Privatspekulation entzogen werde. 22 337