Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 323 (sequence 346)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3476254-3476280--5454-3481599- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
auch solche Geschäfte notwendig, bei denen man von vornherein des Erfolges nicht sidher sein kann. In der Tabaikindustrie sind uns auf diese Weise nichtjüdische Unternehmer, obwohl wir über diesen Gegenstand eine riesige Korrespondenz geführt haben, zuvorgekommen und haben Zigarettenfabriken erbaut. Die Bäder in Tiberias harren noch immer der Erschliessung, wir haben noch immer kein grosses Hotel in Jerusalem, eine grosse Kühlanlage ist nicht von Juden, sondern von Engländern gebaut worden. Es kommt hinzu, dass die Menschen, die nach Palästina kommen, oft vom wirtschaftlichen Standpunkt aus eine selectio in peius, eine Auswahl zum Schlechteren, vorstellen. Sie sind Idealisten und als solche nicht darauf eingestellt, das Maximum an materiellem Vorteil 'aus ihrer Tätigkeit zu ziehen. Es fehlt ferner berufliche Ausbildung von Beamten und Arbeitern. Ich habe mich in Amerika bemüht, tüchtige Leute zur Uebersdedlung nach Palästina zu bewegen, aber das Resultat war kläglich. Die meisten wollten ihre guten Stellungen dort nicht aufgeben, und diejenigen, die sich in Amerika nicht hinaufzuarbeiten verstanden hatten, würden auch für Palästina nicht geeignet sein. Ausserdem steht der Privatinitiative entgegen hoher Arbeitslohn, hohe Valuta und ungenügender Zollschutz. Privatwirtscihaftliche Tätigkeit, die nicht vom Kapitalisten selbst geleitet wird, hat wenig Aussicht. Unternehmer und Kapitalist müssen in einer Person verbunden sein. War dürfen aber keineswegs die Hoffnung verlieren, dass schliesslich doch mehr unternehmungslustige Juden mit Mitteln nach Palästina kommen werden, und müssen uns weiter bemühen, Kredite zu schaffen und die Oeffentlichkeit mit Informationen zu versehen. Eine' ganze Anzahl Unternehmungen, die Mahlmühle in Haifa, die Oelmühle in Haifa und die bevorstethende Errichtung der Zementfabrik bedeuten grosse Fortschritte. Hoffentlich werden wir bald auch Beteiligung von jüdischen Produzenten* auf dem Gebiete der Erzeugung der bisherigen grossen Importartikel finden, wie Textilien, Zucker und Zigaretten. Der nächste Hauptpunkt sind die Finanze n. Ich lege Ihnen einige Thesen vor: 1. Als zionistische Spendenfonds werden anerkannt der Keren Haj esso d und der Keren K&jemeth Lejisroel (J. N. F.). Die Abgrenzung ihrer Kompetenzen erfolgt durch einen Wirtschaitsausschuss. 2. Die Hergabe von Mitteln des Keren Hajessod für produktive Zwecke soll durch einzelne, für jeden besonderen Zweck bestehende Aktiengesellschaften oder Fonds erfolgen, die nach palästinensischem Recht als juristische Personen zu begründen sind. Als solche Aktiengesellschaften oder Fonds sind neben den bereits bestehenden (Mortgage-Bank, P. L. D. C, Workers-ßank) 21* 323