Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 315 (sequence 338)
- Language
- German, English, Hebrew
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Ich würde micih diesen Donnerern gern ansohliessen, wenn sie zeigen wollten, dass für unbeschränkte Einwanderer gleichzeitig unbeschränkte Existenzmöglichkeiten geschaffen werden. Unsere unbemittelten Einwanderer finden in Palästina keine fertigen. Existefizmöglichkeiten. Diese 'müssen vielmehr neu geschaffen werden. Die Einwanderer können nicht mit ihren zehn Fingern den Boden aufbrechen oder Industrieprodukte erzeugen. Palästina ist nicht isoliert, es ist wirtschaftlich mit der übrigen Welt verbunden und seine Produktionsmetihoden dürfen nicht hinter denen anderer Länder izurückstehen. Dazu gehören Maschinen, dazu gehört Geld. Einwanderung ist, mathematisch gesprochen, eine Funktion der vorhandenen Geldmittel. Werden wir grössere Mittel haben, dann -sind alle Einwanderungsreglements Spinnweben, ohne Mittel werden sie eiserne Barrieren. Bei der Versorgung der Einwanderer mit einer Existenz ist zu unterscheiden: die Versorgung mit vorübergehender Arbeit, d. h. mit einer Arbeit, die ihrer Natur nach in kurzer Zeit zu Ende geht und die dabei Beschäftigten dann wieder ohne Existenz lässt — und einer Tätigkeit, die, wenn nicht unvorhergesehene Zwischenfälle eintreten, den Beschäftigten dauernd eine Nahrungsqueile bietet. Da die Versorgung mit einer vorübergehenden Arbeit mit viel geringer e n Ausgaben bewirkt werden kann, als die Versorgung mit einer dauernden Existenz, ist bisher ein sehr beträchtlicher Teil des Budgets für die Versorgung der Einwanderer mit solch vorübergehender Arbeit ausgegeben worden. Die Mittel zur Versorgung der Einwanderer mit dauernder Arbeit, wie sie durch ihre Ansiedlung in der Landwirtschaft oder ihre Beschäftigung in Handwerk und Industrie möglich ist, waren nur in beschränktem Masse verfügbar. Je grösser die Einwanderung war und je mehr Mittel deshalb für die Versorgung der Einwanderer mit vorübergehender Arbeit notwendig waren, umso geringer waren die Mittel, welche für die Versorgung der Einwanderer mit dauernder Existenz übrig blieben. Ich habe über diese Frage .zur letzten Sitzung des A. C. geschrieben: jEs ist eine politische Frage, ob wir auch im kommenden Jahre wie in dem vergangenen Jahre uns (bemühen sollen, so weit wie möglich die Zahl der Einwanderer zu vergrössern auf die Gefahr hin, dass dadurch der grösste Teil unserer verfügbaren Mittel für**"die Versorgung dieser Arbeiter mit vorübergehender Arbeit festgelegt wird. Vielleicht ist eine solcihe Massnahme politisch zu rechtfertigen. Vom wirtschaftlichen Standpunkt aus ist sie absolut unhaltbar. Die Gelder, die wir für diese Versorgung mit vorübergehender Arbeit ausgeben, bringen keinen dauernden Nutzen. Die dabei beschäf- - tigten Einwanderer bilden ein fluktuierendes Element, das nach: 31S