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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 314

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 314 (sequence 337)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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aber ich will wenigstens Schlaglichter auf die wichtigsten, Fragen werfen. Einiges finden Sie in meinem Kongressbericht über „Wirtschaftslage und Wirtschaftspolitik". Diesen will ich hier ergänzen und 'beginne mit der Frage der Einwanderung. Sie erinnern sich wohl noc|i der hitzigen Diskussionen, die in der Frage der Einwanderung vor drei bis vier Jahnen geführt wurden. Damals wollten die sogenannten Maximalist-en eine jährliche Einwanderung von 100.000 oder sogar Hunderttausenden, loh, der ich für die ersten Jahre «auf eine Einwanderungvon nur 30.000 'jährlich rechnete, wurde als Minimalist verschrien. Die Ereignisse haben — leider! — nicht nur die Phantasiezahlen der Maximalisten, sondern auch "meine bescheideneren Zahlen weit hinter sich gelassen. Nur 8000 bis 10.000 Einwanderer sind jährlich nach Palästina gekommen. Heute bin i c h, wenn ich nach wie vor an der Einwandererziffer von 30.000 als notwendig festhalte, der Maximalist. Ich halte sie für notwendig. Nur bei einer solchen Ziffer sind wir auf dem Wege zu einer nationalen jüdischen Heimstätte. Als wir dem letzten Kongress ein Budget von 1,5 Millionen Pfund vorlegten, sagte ich Ihnen in meiner Kongressrede, dass wir . mit diesem Budget die Möglichkeit für 30.000 Einwanderer schaffen könnten. Als wir statt der 1,5 Millionen nur 'eine halbe Million erhielten und als statt 30.000 nur 8000 'bis 10.000 Einwanderer ins Land kamen, schien es* mir, dass unsere gamze Bewegung aussichtslos sei, wenn es nicht igelingt, grössere Mittel zu bekommen. Ich wäre völlig verzweifelt gewesen, wenn ich nicht überlegt hätte, dass auch diese Summe von 500.000 Pfund gegenüber unseren winzigen Geldmitteln vor dem Kriege sdion eine grosse Summe sei und dass es vielleicht doch gelingen werde, sie auf das Doppelte und Dreifache zu steigern. Aus diesen Motiven heraus verliess ich im letzten Sommer Palästina und fuhr nach Amerika. Das Programm, das ich dort vorlegte, hielt an der Summe von 1,5 Millionen Pfund und an 30.000 Einwanderern fest, und in all meinen Reden in Amerika habe ich diese Ziffer als das unumgängliche Minimum bezeichnet. Ich denke also, man wird mich nicht beschuldigen können, dass ich die Notwendigkeit einer viel grösseren als der gegenwärtigen Einwanderung nicht einsehe. Wogeigen ich mich aber auf das schärfste wenden muss, ist, dass in den bisher gehörten Reden die Sache so dargestellt wird, als ob die Einwanderung lediglich davon abhängt, dass wir das EinwandeTungsreiglement verbessern. Dieses Reglement mag-in vieler Hinsicht, besonders bezüglich der Kopfsteuer von 1 Pfund, reformbedürftig sein, aber das ist nicht der Kern des Problems. Der Kern ist: man kann die Einwanderung nicht von der E x i s t e n/z b e s c h a f f u n g für die Einwanderer trennen. Es ist leicht und populär, eine grosse Einwanderung zu fordern und gegen die Einwanderungsbeschränkungen zu donnern. 314

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