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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 291

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 291 (sequence 314)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476280--5422-3481567
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ACHTER VERHANDLUNGSTAG 12. Sitzung Montag, den 13. August 1923. Beginn der Sitzung: 4 Uhr 40 Minuten nachmittags. Vizepräsident Motzkin: Ich eröffne hiemit die 12. Sitzung des Kongresses. Auf der Tagesordnung steht die Fortsetzung der Debatte über die J e w i s h A g e n c y und den Weltkongress. Delegierter Dr. Jacob Nacht (Rumänien, deutsch): Ich will nicht auf die technische Seite dieser viel erörterten Frage näher eingehen; ich will auch die juridische Frage nicht berühren, auf die Herr Dr. D a i c h e s in sehr objektiver Weise geantwortet hat, indemer Herrn Dr. M a r g u 1 i e s den Vorwurf gemacht hat, dass er nur einen Teil des Artikels 4 zitiert habe. Ich möchte hier mehr die prinzipielle Frage streifen, und zwar nach der moralischen Seite hin. Es handelt sich darum, ob dig Heranziehung neuer Kräfte unserer Sache schaden wird. Wir, die wir überzeugte, treue Zionisten sind, hegen nicht die Furcht, die Herr Dr. Barth gestern ausgesprochen hat, dass man durch die Heranziehung neuer Kräfte den Gedanken des Zionismus schwächen würde. Der Zionismus hat doch das Bestreben, keine Partei im Judentum zu sein, sondern das Judentum selbst. Sollten wir fürchten, uns mit unseren Gedanken neuen Kräften zu nähern? Herr Dr. Barth hat Herrn Dr. Weizm a n n den. Vorwurf gemacht, dass er die Jewish Agency-Frage zu einer Art Uganda machen wolle. Dr. Weizmann war derjenige, der zur Zeit des Ugandaprojektes gegen Herzl gestimmt hat. Damals handelte es sich darum, Palästina gegen Uganda auszutauschen, und jetzt, Herr Dr. Barth, handelt es sich darum, Palästina zu retten. Wir kennen alle die Tätigkeit des Dr. Weizmann und wissen, dass er sich nie gescheut -hat, Opposition zu machen, wo es im Interesse der Sache war. Wir wissen, was er in Hen letzten Jahren für uns getan hat. Er war derjenige, der dem Zionismus neues Leben, neuen Schwung gegeben hat, dem es gelungen ist, grosse politische Erfolge zu erzielen. Wenn er jetzt vor den Kongress kommt und das Verlangen nach der Jewish Agency stellt, so müssen wir wissen, dass wir es mit einem Manne zu tun haben, der nicht bloss graue Theorie treiben will, sondern dem es mit der Sache ernst ist, und dass es ernste Gründe sind, die ihn dazu gebracht haben, diese Forderung zu stellen. Es wäre eine grosse Ungerechtigkeit, diesen Mann zu verkennen, und es wäre eine Verkennung der grossen historischen Stunde, wenn wir nicht das Verlangen Weizmanns billigen würden. Unsere Weisen sagen: Es gibt Momente, die, wenn sie richtig gewürdigt werden, die Eroberung einer ganzer, Welt bedeuten. Mit demselben Rechte können wir aber auch sagen: Manche Stunde, wenn sie nicht richtig benützt oder wenn sie missverstanden wird, bedeutet den Untergang einer ganzen Welt. So wäre es jetzt, wenn wir Dr. Weizmann ungerechte Opposition machen würden. Wir stehen niclit immer auf dem Standpunkte von Dr. Weizmann, ganz 19* 291

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