Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 289 (sequence 312)
- Language
- German, English, Hebrew
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Vizepräsident Motzkin: Sie wissen doch, dass wir über die Jewish Agency sprechen. Delegierter Arditti: Ja, aber diese Frage ist ebenso wichtig. Wir müssen hier erklären — und ich glaube im Namen aller Sephardim zu sprechen — dass wir es brandmarken, was einige Sephardim in Palästina gemacht haben, die dem französischen Konsul erklärt haben, dass sie Gegner des Zionismus sind. Wir sind hier die Vertreter der Sephardim in den verschiedenen Ländern. Wir wollen unter uns keine, separatistische Strömung haben. Aber wir wollen die Aufmerksamkeit des Kongresses darauf richten, damit solche Bewegungen im Keime erstickt werden. Was die Jewish Agency anbelangt, so muss ich folgendes sagen. Ich komme aus einem stark zionistisch gesinnten Lande, in dem die zionistische Bewegung eine echte Volksbewegung ist. Bei uns sind die jüdischen Notabein durch die jüdische Gasse und nicht durch Verhandlungen zu uns gekommen. Wir haben in Bulgarien .7000 Pfund aufgebracht, das ist verhältnismässig mehr als in Amerika. Dort wurde von vier Millionen1 Juden nur eine halbe Million Pfund aufgebracht, während bei uns 40.000 Juden 7000 Pfund aufgebracht haben. Das konnte nur dadurch geschehen, weil in Bulgarien der Zionismus eine Volksbewegung ist. Wir müssen die Aufmerksamkeit des Kongresses darauf lenken, dass der Zionismus in dem Augenblicke gefährdet ist, wo dieses Moment aus dem Auge gelassen wird. Die Revolutionierung der Volksmassen ist die Grundlage des Zionismus, und wenn in einigen kleinen Ländern so viel für den Zionismus getan wenden kann, so geschieht es nur durch die Massennevol'ution. Das ist der Weg, den wir gehen und den, wie wir glauben, die ganze Zionistische Organisation gehen muss. Durch diejüdischen Massen werden wir alles erreichen, was wir wollen. Vizepräsident Motzkin: Es ist ein Antrag auf Schluss der Debatte eingelaufen. Ich mache darauf aufmerksam, dass einige Herren sich noch das Recht der Rede gewahrt haben und dass im übrigen noch neun Redner auf der Rednerliste stehen. (Nach vorgenommener Abstimmung): Der Antrag auf Schluss der Debatte ist angenommen. Die morgige Sitzung beginnt punkt halb 5 Uhr. In dieser Sitzung werden noch die Herren zum Worte kommen, die ein Anrecht darauf haben, ausserdem die Mitglieder der Exekutive. Dann ist die Debatte geschlossen und es wird über das Absolutorium abgestimmt werden. Mitglied des F. u. W.-Rates Dr. Arnold Barth: loh stelle hiemit den Antrag, dass morgen nachmittags keinerlei Kommissionssitz.u.ngen abgehalten werden. Es werden morgen diese und vielleicht andere wichtige Abstimmungen stattfinden und der Kongress muss bei der Wichtigkeit der Tagesordnung vor Zufallsmajoritäten gesichert sein. Vizepräsident Motzkin (nach vorgenommener Abstimmung): Ich konstatiere, dass dieser Antrag einmütig vom Kongresse angenommen wurde. Delegierter Löbel Taubes (Oesterreich, zu einer Anfrage): Ich möchte mir die Frage erlauben, wie man mit der Ordnung in der Rednerliste verfahren hat. Ich bin einer derjenigen, die sich gleich zu Anfang gemeldet haben, wie ist es nun geschehen, dass ich nicht zum Worte gekommen bin? 19 289